Die Klassen 10a und 10c hatten die Gelegenheit, einen ganzen Vormittag im Institut für Anorganische Chemie der Universität Bonn zu verbringen und dort in echte Laborarbeit einzutauchen. Schon beim Betreten der modernen Labore war die Begeisterung groß: Ausgestattet mit Laborkittel, Schutzbrille und professionellem Equipment fühlten sich die Schülerinnen und Schüler sofort wie richtige Nachwuchswissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftler.

Im Mittelpunkt der Exkursion stand das Thema „Saurer Regen“ – ein Umweltproblem, das chemisch erstaunlich gut untersucht werden kann. Unter fachkundiger Anleitung verfolgten die Jugendlichen zunächst, wie sich die Bildung saurer Lösungen mithilfe eines Indikators sichtbar machen lässt. Das farbige Umschlagen der Lösungen, von Blau zu Orange oder von Gelb zu Grün, sorgte nicht nur für staunende Blicke, sondern ermöglichte zugleich ein besseres Verständnis dafür, wie Säuren und Basen in der Natur wirken.

 

Anschließend gingen die Schülerinnen und Schüler selbst an die Arbeit: Sie untersuchten verschiedene „Regenproben“, verglichen deren pH‑Wert und zogen Rückschlüsse darauf, wie stark die Proben versauert waren. Dabei arbeiteten sie mit Laborgeräten, die sie sonst nur aus dem Unterricht kennen – und stellten fest, wie wichtig sorgfältiges und genaues Arbeiten ist.

Besonders anspruchsvoll und gleichzeitig faszinierend war die anschließende Titration, bei der die Gruppen den Säuregehalt einer Regenprobe exakt bestimmten. Mit Pipetten, Magnetrührer und Bürette führten sie Tropfen für Tropfen Natronlauge zu und beobachteten den Moment des Farbumschlags – den sogenannten Äquivalenzpunkt. Viele waren überrascht, wie präzise sich auf diese Weise die Mengenverhältnisse in einer Probe berechnen lassen und wie viel Konzentration ein solcher Laborvorgang erfordert.

Zum Abschluss widmeten sich die Schülerinnen und Schüler einer praktischen Umweltfrage: Wie lässt sich ein versauerter Boden wieder fruchtbar machen? Dazu testeten sie verschiedene Düngemittel, maßen Veränderungen des pH‑Werts und diskutierten, welche chemischen Reaktionen dazu führen, dass ein Boden wieder für Pflanzen geeignet wird. Dabei zeigte sich, wie eng Chemie und Umweltschutz miteinander verknüpft sind – und wie chemisches Wissen helfen kann, reale Probleme zu lösen.

Die Exkursion bot damit nicht nur spannende Einblicke in die universitäre Forschung, sondern vor allem die Erfahrung, wie lebendig und alltagsnah Chemie sein kann, wenn man selbst experimentieren darf. Mit vielen neuen Eindrücken, zusätzlichen Laborerfahrungen und einem gestärkten Verständnis für naturwissenschaftliche Zusammenhänge kehrten die Klassen schließlich zurück zur Schule. Ein herzlicher Dank gilt dem Institut für Anorganische Chemie für die hervorragende Betreuung und die Möglichkeit, einen Tag lang echte Laborluft zu schnuppern.