
Vom 15. bis 19. Juni 2026 hatten insgesamt 21 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 die besondere Gelegenheit, unter der Leitung von Frau Dicks und Herrn Weber an einer Gedenkstättenfahrt zum Auschwitz-Birkenau Memorial and Museum teilzunehmen. Die Reise führte uns hauptsächlich nach Krakau und bot uns die Möglichkeit, Geschichte nicht nur im Unterricht, sondern an authentischen Orten zu erleben.
Unsere Anreise mit der Deutsche Bahn verlief insgesamt gut – auch wenn sie aufgrund einiger Verspätungen stellenweise etwas abenteuerlich war. Schließlich erreichten wir Krakau, wo wir für vier Nächte in einem wunderschönen Drei-Sterne-Hotel inklusive leckerem Frühstücksbuffet in 2-er bzw. einem 3-er Zimmer untergebracht waren.
Zu Beginn unserer Reise lernten wir die bewegte und vielfältige Geschichte Krakaus kennen. Während einer Stadtführung erfuhren wir viel über die historische Entwicklung der Stadt, ihre kulturelle Bedeutung und insbesondere über das jüdische Leben, das Krakau über viele Jahrhunderte geprägt hat. Wir haben die Wawel-Anhöhe besichtigt, die Tuchhallen und die beeindruckende Marienkirche.
Der Besuch der Gedenkstätte Auschwitz war für uns alle allerdings der eindrucksvollste und emotionalste Teil der Fahrt. Die Besichtigung der ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager machte das unvorstellbare Ausmaß der nationalsozialistischen Verbrechen auf eine Weise greifbar, wie es kein Schulbuch vermitteln kann. In einem anschließenden Workshop setzten wir uns intensiv mit den Eindrücken auseinander, stellten Fragen und reflektierten gemeinsam über die Bedeutung des Erinnerns und die Verantwortung, die sich daraus für unsere Gegenwart ergibt. Wir lernten, dass Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung im Kleinen beginnt und auch die Gegenwart betrifft. Darüber hinaus haben wir darüber diskutiert, wie wir im Alltag auf diskriminierendes Verhalten reagieren sollten.
Ein ganz besonderer Moment war das Gespräch mit einer Holocaust-Überlebenden. Sie erzählte uns aus ihrem Leben und beantwortete unsere Fragen. Dieses persönliche Interview hat uns tief bewegt und gezeigt, wie wichtig es ist, die Erinnerungen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu bewahren und weiterzutragen. Ihre Geschichte wird uns noch lange begleiten.
Neben den historischen Programmpunkten lernten wir auch die jüdische Kultur besser kennen. Gemeinsam probierten wir traditionelle jüdische Speisen und besuchten ein Klezmer-Konzert. Die Musik und die Atmosphäre machten deutlich, dass jüdisches Leben weit mehr ist als seine Verfolgungsgeschichte – sie vermittelten uns einen lebendigen Einblick in eine vielfältige Kultur.
Die fünf Tage waren für uns lehrreich, bewegend und oft auch emotional herausfordernd. Wir kehrten mit vielen neuen Eindrücken, Gedanken und Fragen zurück. Die Fahrt hat uns gezeigt, wie wichtig Erinnerungskultur ist und dass Demokratie, Menschenwürde und Toleranz keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern immer wieder neu geschützt werden müssen.
Unser herzlicher Dank gilt dem Reiseveranstalter Polenplan und den beiden Lehrkräften, Frau Dicks und Herrn Weber, die die Gedenkstättenfahrt hervorragend organisiert und begleitet haben. Ebenso bedanken wir uns bei der Sanddorf Stiftung, deren Förderung diese besondere Bildungsreise ermöglicht hat. Wir sind vor allem dankbar, dass wir diese wichtige Erfahrung gemeinsam machen durften.

