Internationale Vorbereitungsklasse (IVK)

Internationale Vorbereitungsklasse (IVK)

„In der IVK ist es so wie in einer Familie, mal herzlich, mal verstimmt, aber immer authentisch“

Frau Moss

DaZ-Lehrerin

Hintergrund der Entstehung

Seit April 2022 gibt es am EMA eine „Internationale Vorbereitungsklasse (IVK)“ für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche. Die Einrichtung dieser Klasse war anfangs vor allem bedingt durch den Krieg in der Ukraine, mit dem Ziel, ukrainischen und anderen geflüchteten Kindern und Jugendlichen, rasch neuen Halt und Orientierung zu bieten. Aber auch andere internationale Schüler und Schülerinnen finden den Weg in unsere IVK, sei es durch einen beruflichen Aufenthalt der Eltern in Bonn oder durch die bewusste Entscheidung, hier ein neues Leben zu beginnen.

„Ein bisschen in Deutschland –
und immer auch ein bisschen woanders“

Dália A. 12 Jahre, Angola

Schülerin der IVK

Unterricht und Förderung

 

Aktuell lernen in der IVK 17 internationale Schüler und Schülerinnen aus 14 verschiedenen Ländern zusammen und erhalten eine – nach Möglichkeit ihren individuellen Bedürfnissen entsprechende – differenzierte Förderung in Deutsch (DaZ), Mathematik und Englisch.
Das vorrangige Ziel des Unterrichts in der IVK ist die Vermittlung von handlungsorientierten Deutschkompetenzen, damit sich unsere Schüler*innen in der Schule und im Alltag möglichst gut orientieren und schnell zurechtfinden können. Entsprechend ihrer individuellen Vorkenntnisse und Kompetenzen werden die Schüler*innen auch möglichst früh – neben dem Förderunterricht in der IVK – fächerweise in altersgerechte Regelklassen integriert, um eine Anbindung an den regulären Fachunterricht zu haben.

Um den individuellen Sprachstand der Schüler und Schülerinnen zu erheben, werden in der IVK regelmäßig Sprachstandstests auf der Basis des „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) für Sprachen durchgeführt.

Heterogene Altersgruppen, individuell unterschiedliche Sprachstände und Kompetenzen, sowie eine oft sehr unterschiedliche Bildungsbiografie und kulturelle Sozialisierung, stellen den Unterricht in der IVK vor „besondere Anforderungen“. So läuft bei uns auch nicht immer alles „nach Plan“, denn unsere internationalen Schüler*innen bringen oft ganz unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse mit, die pädagogisch besonders zu berücksichtigen sind.

Lernen mit allen Sinnen – Exkursionen und außerschulische Lernorte

 

So lernen wir in der IVK alle auf vielfältige Weise, täglich voneinander und miteinander, nicht nur Deutsch, Mathe, Englisch und andere Fächer, sondern immer möglichst mit dem Ziel der „Handlungsorientierung“ und bestenfalls mit „allen Sinnen“. Dafür begleiten wir die internationalen Schüler*innen gern an „außerschulische Lernorte“ und unternehmen viele Exkursionen, wie zum Beispiel in den Zoo, den nahe gelegenen Botanischen Garten sowie ins Haus der Geschichte oder ins Beethoven Haus in Bonn, um auf anschauliche Weise Neues zu erfahren und miteinander neue Eindrücke zu sammeln.

Gemäß des Runderlasses „Integration und Deutschförderung neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler“ (gem. BASS 13-63 Nr. 3) ist die „Förderung der deutschen Sprache […] eine Aufgabe aller Fächer, Bildungsgänge und – soweit möglich – der außerunterrichtlichen Angebote. Dabei wird die Vielfalt der Sprachen der zugewanderten Schülerinnen und Schüler didaktisch einbezogen. […]. Es ist Aufgabe des Unterrichts in allen Fächern, auch neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern Grundlagen der Orientierung im Alltagsleben in Deutschland und die Bildungs- und Erziehungsziele nach § 2 Schulgesetz (SchuIG) zu vermitteln.“

„Einerseits gehören wir irgendwie dazu – irgendwie aber auch nicht. Wir sind irgendwie dazwischen.

Abdulkadir A., 14 Jahre, Syrien

Schüler der IVK

Rechtliche Grundlagen der Sprachförderung

So haben die Schülerinnen und Schüler (SuS) der IVK das Recht auf eine intensive Erstförderung in Deutsch bis sie die Stufe B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) erworben haben.

Während dieser Erstförderung befinden sich die Schüler*innen der IVK formal außerhalb des regulären Schulsystems, werden aber sukzessive – je nach ihren individuellen Kompetenzen – bereits möglichst früh in passenden Fächern in den Regelunterricht an unserer Schule integriert.

 

 

Der Weg in den Regelunterricht

Haben die IVK-Schüler*innen das GER-Sprachenniveau B1 erreicht und entsprechend ihrer Kompetenzen auch regulären Fachunterricht absolviert, sprechen die halbjährlich stattfinden Zeugniskonferenzen individuelle Empfehlungen für angemessene Bildungsgänge für die IVK-Schüler*innen aus. Mit dem Übergang in einen regulären Bildungsgang endet dann die Erstförderung in der internationalen Vorbereitungsklasse.

 

Ansprechpartnerin: Frau Moss