Kunst

  • Ausstellung der Schülerinnen und Schüler der Abiturjahrgangs 2020 des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums Bonn

    2020 02 04 Alexander AntebiEröffnung: 1. März 2020 um 11.15 Uhr

    Ort: Trinitatiskirche, Brahmsstr. 14, 53121 Bonn

    Ausgangspunkt für zahlreiche Bildserien der Schülerinnen und Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums war einer der schönsten Texte, der jemals geschrieben worden ist: die Schöpfungsgeschichte aus Gen1. Die intensive Auseinandersetzung mit diesem poetisch wertvollen Mythos ermöglichte den Schülerinnen und Schülern eine serielle Verbildlichung der langsamen Dramatik des Textes. Dabei konnten individuelle bildhafte Deutungen der wortgewaltigen Sprache sowie Schwerpunkte im textlichen Nachvollzug vorgenommen werden. Alle entstandenen Bilder sind mit Hilfe verschiedener Zufallstechniken in Anlehnung an Max Ernst entstanden. 

    Am Ende der Schöpfungsgeschichte steht der Mensch. Was es bedeutet, Mensch zu sein, dieser Frage sind die Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs nachgegangen. Das führte zu einer tiefen Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich, seinen Facetten und emotionalen Nuancen. Entstanden sind an Picassos kubistischer Formsprache orientierte großformatige Selbstporträts mit ambivalenten Emotionsbereichen, die die Zerrissenheit und Zerbrechlichkeit des Menschen zeigen, wie es das christlich-jüdischen Menschenbild z.B. in Psalm 139 widerspiegelt.

     

    2020 02 04 Jaques Noel Es werde Licht

     

    2020 02 04 Einladung Ausstellungseröffnng

    Bilder zur Verfügung gestellt von A. Ittmann-Wahl

  • Picasso Q1 SID 2019 Fahrradinstrument2 TextkorpusPablo Picasso ist ein Jahrhundertmaler. Von frühester Kindheit bis zu seinem 91. Lebensjahr arbeitete er unermüdlich und schuf schätzungsweise 50 000 Arbeiten. Schon als junger Maler erschütterte er die Wahrnehmung der Betrachter*innen mit seinen fragmentierten Gesichtern und den zersplitterten Perspektiven.

    Die Schülerinnen und Schüler der jetzigen Q2 haben kurz vor den Sommerferien darüber nachgedacht, was von dem genialen Künstler im Jahr 2019 bleibt. Dass Picasso auch heute noch verzaubert und verwirrt, darin sind sich Leon und Oliver Bille, Zekiye Erik, Theresa Fermor, Lina Friege, Franka Fuchs, Kevin Horn, Leonie Kemmling, Kim Lausen, Aileen Lancaster, Leo Linnenkamp, Leonie Mayer, Moritz Meese, Nima Mohebi-Nayeh, Konrad Niemann, Jaques Noell, Burak Özhan, Erik Predel, Antonia Prinz, Hannah Schierbaum, Friedrich Schnall, Daniel Schulz-Esfandiary, Linus Schultz, Luca von Öhsen, Naike Walter, Franziska Wilsch und Leon Zebula einig. Sie alle haben aber auch zusätzliche Antworten mithilfe quadratischer Würfelkonstruktionen aus MDF-Platten festgehalten.

    Was bleibt also?


    ... das Aufbrechen der Form
    ... der Blick des Betrachters
    ... der große Name
    ... die Aufforderung zum Spiel
    ... die Auseinandersetzung mit dem gelenkten Zufall
    ... die Auseinandersetzung mit den Tod
    ... die Erinnerung an Guernica
    ... die Leuchtkraft der Farbe
    ... die Stiermotive
    ... die wiederkennbare Formensprache


    ... immer weniger!

    Zuvor haben die Schülerinnen und Schüler kubistische Bilder geschaffen: großformatige Bilder von Fahrrädern und Musikinstrumenten, die die Gesetzte der Zentralperspektive sprengen, und kleinformatige, farbmonochrome Familienbildnisse, die ebenfalls perspektivisch gebrochen sind.

     

    Mir gefallen die Bildergebnisse ausgesprochen gut.

    Genoveva Schmid

     

     

    Picasso Q1 SID 2019 Fahrradinstrument1

     

    Fahrrad oder Instrument 1

     

    Picasso Q1 SID 2019 Fahrradinstrument3

     

    Fahrrad oder Instrument 2

     

    Picasso Q1 SID 2019 Fahrradinstrument4

     

    Fahrrad oder Instrument 3

     

    Picasso Q1 SID 2019 Fahrradinstrument5

     

    Fahrrad oder Instrument 4

     

    Picasso Q1 SID 2019 Fahrradinstrument6

     

    Fahrrad oder Instrument 5

     

    Picasso Q1 SID 2019 Daniel Schulz Esfanidary

     

    Familienbildnis - Daniel Schulz-Esfanidary

     

    Picasso Q1 2019 SID Daniel kubistisch

     

    Familienbildnis - Daniel kubistisch

     

    Picasso Q1 2019 SID Kevin Horn

     

    Familienbildnis - Kevin Horn

     

    Picasso Q1 2019 SID Kevin kubistisch Titel

     

    Familienbildnis - Kevin kubistisch

     

    Picasso Q1 SID 2019 Kim Lausen

     

    Familienbildnis - Kim Lausen

     

    Picasso Q1 SID 2019 Kim kubistisch

     

    Familienbildnis - Kim kubistisch

     

    Picasso Q1 SID 2019 Leonie Kemmling

     

    Familienbildnis - Leonie Kemmling

     

    Picasso Q1 SID 2019 Leonie kubistisch

     

    Familienbildnis - Leonie kubistisch

     

     Picasso Q1 SID 2019 Oliver Bille

     

    Familienbildnis - Oliver Bille

     

    Picasso Q1 SID 2019 Oliver kubistisch

     

    Familienbildnis - Oliver kubistisch

     

    Picasso Q1 SID 2019 Theresa Fermor

     

    Familienbildnis - Theresa Fermor

     

    Picasso Q1 SID 2019 Theresa kubistisch

     

    Familienbildnis - Theresa kubistisch

     

    Picasso Q1 SID 2019 Aufbrechen der Form

     

    Aufbrechen der Form

     

    Picasso Q1 SID 2019 Aufforderung zum Spiel

     

    Aufforderung zum Spiel

     

    Picasso Q1 SID 2019 Auseinandersetzung mit dem gelenkten Zufall

     

    Auseinandersetzung mit dem gelenkten Zufall

     

    Picasso Q1 SID 2019 Blick des Betrachters

     

    Blick des Betrachters

     

     

    Picasso Q1 SID 2019 Auseinandersetzung mit dem Tod

     

    Auseinandersetzung mit dem Tod

     

    Picasso Q1 SID 2019 Erinnerung an Guernica

     

    Erinnerung an Guernica

     

    Picasso Q1 SID 2019 Immer weniger

     

    Immer weniger...

     

    Picasso Q1 SID 2019 Leuchtkraft der Farbe

     

    Leuchtkraft der Farbe

     

    Picasso Q1 SID 2019 Stiermotive

     

    Stiermotive

     

    Picasso Q1 SID 2019 wiedererkennbare Formensprache

     

    wiedererkennbare Formensprache

     

    Picasso Q1 SID 2019 Der grosse Name als Maler

     

    Der große Name als Maler

     

    (Fotos: G. Schmid)

     

     

     

  • Schon Gaius Plinius Secundus schrieb eine Naturalis Historia. Künstlerisch taucht der Begriff der Naturgeschichte auch in avantgardistischen Projekten der ästhetischen Moderne auf. So haben Maurice Ravels fünf Lieder der Histoires Naturelles (1906) ebenso wie Max Ernsts Frottagezyklus Histoire Naturelle (1926) einen Skandal ausgelöst.

    Dass sich Naturgeschichte als produktives Denkmuster mit biowissenschaftlichem, historiografischem und ästhetischem Potential erweist, zeigen Schülerarbeiten aus dem Kunstunterricht der jetzigen Q2. Hier sind exemplarisch drei Arbeiten von Lasse Drengk, Marten Heydweiller und Juliana Radtke abgebildet. Die z.T. großformatigen Arbeiten wurden in einer Sammelmappe präsentiert.

    Ausgehend von einem Besuch des Max-Ernst-Museums in Brühl haben die Schüler*innen experimentelle Verfahren der Bildproduktion kennengelernt, die Max Ernst genutzt hat, um seine Angst vor dem weißen Blatt Papier zu überwinden. Innerhalb von nur drei Wochen, was im Grundkurs neun Kunststunden à 45 Minuten entspricht, sind zahlreiche Bilder entstanden, die die aleatorischen Verfahren – allesamt von Max Ernst entwickelt – Frottage, Grattage, Décalcomanie, Dripping, Empreinte und Collage zeigen. Aus der Bildermasse haben die Schüler*innen (mindestens) sieben ausgewählt, um ihre Naturgeschichte zu erzählen.

    Mich begeistert die Experimentierfreude, die in den Bildfindungsprozessen sichtbar wird!

    Genoveva Schmid

     

    Lasse Drengk                                                                                                                                                                                                Meine Naturgeschichte


    1. „Das Ur“ Dripping
    2. „Der unberechenbare Beginn“ Druck
    3. „formbar“ Fadendruck
    4. „Entstehung (1): Flora“ Décalcomanie
    5. „Entstehung (2): Fauna“ Collage
    6. „Erreichen des Göttlichen?“ Frottage
    7. „Karneval“ Décalcomanie+Dripping
    8. „This is the end, beautiful friend” Grattage
    9. “Chaos” Mischtechnik

    Anmerkung: Alle Arbeiten außer „Der unberechenbare Beginn“ wurden auf Grundlage der von Max Ernst entwickelten Techniken geschaffen.

     

    (1) Am Anfang war der Raum. Der Raum und Materie. Aus der Materie bildete die Physik runde Körper: Planeten, Sonnen, Asteroiden und Kometen. Selbige flogen mit langem Schweif durch das erwachende Universum. Währenddessen flossen die Materieteilchen zusammen und bildeten die festen Planeten. Auf den Planeten herrschten die Urgewalten Wasser und Feuer. Auch unser blauer Planet bildete sich in diesem Zeitalter.

     

    Naturgeschichte im KuU Drengk 1

     

    (2) Innerhalb des Planeten befanden sich die Urteilchen, die sich als Wellen, Zahlen oder Kreise darstellen lassen. Anfangs bewegten sie sich noch ungerichtet, im Laufe der Zeit bildeten sich allerdings Regelmäßigkeiten zwischen den Partikeln. Sie ordneten sich zufällig an und bildeten Verkettungen sowie kristalline Zusammenschlüsse. In dieser Unordnung entstand die erste DNA.

    Naturgeschichte im KuU Drengk 2

    (3) Nach und nach fügten sich die Anordnungen von Teilchen zu verschwommenen Formen zusammen. Diese Formen waren von außerordentlicher Wichtigkeit, denn sie sollten später die biologischen Grundbausteine bilden.

    Naturgeschichte im KuU Drengk 3

     

    (4) Als die Formen ausgereift genug waren, differenzierte sich zuerst die Flora heraus. Sie brachte Blätter und ausgereiftes Wurzelwerk hervor und schuf damit die Grundlage für komplexeres Leben.

     

    Naturgeschichte im KuU Drengk 4

     

    (5) Später als die Flora entwickelte sich die Fauna. Im Laufe der Jahrmillionen entwickelten sich aus den einfachen Einzellern größere Lebewesen, die Intelligenz ausbildeten.

     

    Naturgeschichte im KuU Drengk 5

     

    (6) Nach langer Entwicklung erblickte der Mensch das Licht der Welt. Er unterwarf sich die Natur und machte keinen Halt. Selbst die höchsten Berge bezwang er, um seine Gier und seinen Wissensdurst zu befriedigen. Dort oben, auf dem zwischenzeitlichen Hochpunkt der Evolution, kam jedoch die alles entscheidende Frage auf: Kann der Mensch ein perfektes Lebewesen sein oder ist er nur ein Fehlschlag auf dem Weg zum idealen Erdbewohner?

     Naturgeschichte im KuU Drengk 6

     

    (7) In dieser Version der Naturgeschichte entscheidet sich die Menschheit leider für die zweite Möglichkeit. Anstatt den Wahnsinn der Zerstörung der Natur, deren Vergiftung und der Ausrottung anderer Arten zu stoppen, macht sie einfach weiter wie bisher. Viele der Menschen feiern sich für die Überlegenheit ihrer Art. Es geht dabei so verrückt zu wie im Karneval, Ressourcen werden ausgebeutet und verschwendet für nichts. Aus der verletzten Erde spritzt Blut.

     

    Naturgeschichte im KuU Drengk 7

     

    (8) Schließlich führte die Gier der Menschheit zur vermeidbaren Katastrophe. Aus den Tiefen des von uns erforschten Weltalls dringt Zerstörung hervor und bricht den Frieden. Es ist ein Kampf, den wir nicht gewinnen können.

     

    Naturgeschichte im KuU Drengk 8

     

    (9) Nach der systematischen Vernichtung bleiben nur Stücke der alten Kultur übrig. Der Rest löst sich in seine Bestandteile, die Urteilchen, auf. Die so wiederauferstandenen Farbschlieren machen das Chaos perfekt und verlieren sich im dunklen Raum um die blaue Erde herum.

     

    Naturgeschichte im KuU Drengk 9

     

     

     

    Meine Naturgeschichte                                                                                                                                                                         Marten Heydweiller

     


    1. „Urrumms“ – Empreinte, Décalcomanie, Mischtechnik
    2. „Sprache des Lebens“ – Grattage
    3. „Der Tag, an dem Gott weinte“ – Dripping, Décalcomanie
    4. „Kampf des Lebens“ – Frottage
    5. „Kunst der Natur“ – Collage, Décalcomanie
    6. „Plage der Menschheit“ – Décalcomanie, Kordeldruck
    7. „Sodom und Gomorrha“ – Empreinte
    8. „Abstinenz der Außenwelt“ – Frottage, Décalcomanie, Kordeldruck

     

     

    Mit dem Urknall (1) fing es an.

     

    Naturgeschichte im KuU Heydweiller 1

     

    Aus diesem Spektakel entstand etwas, das die Züge des Lebens formte (2)

     

    Naturgeschichte im KuU Heydweiller 2

     

    Der Regen Gottes (3) lies danach die schon gesäten Formen des Lebens sprießen.

     

    Naturgeschichte im KuU Heydweiller 3

     

    Aus Heiß und Kalt, Leben und Tod entstand die Erde, wie sie der Mensch heute bewohnt, der Kampf des Lebens (4) begann und entwickelte die Erde mit all ihren Facetten.

     

    Naturgeschichte im KuU Heydweiller 4

     

    Das Ergebnis war gut anzusehen. Die Kunst die daraus entstand (5), war makellos.

     

    Naturgeschichte im KuU Heydweiller 5

     

    Doch der Mensch beschmutzte dieses Abbild (6).

     

    Naturgeschichte im KuU Heydweiller 6

     

    Gott konnte dies nicht mit ansehen und schickte Feuer und Sturm (7), um die Erde zu zerstören, wie einst zuvor.

     

    Naturgeschichte im KuU Heydweiller 7

     

    Was übrig blieb, war Leere und Stille (8). Doch das Ende ist auch ein Anfang und ein Ort für einen erneuten Ursprung.

     

    Naturgeschichte im KuU Heydweiller 8

     

     

     

    Meine Naturgeschichte                                                                                                                                                                      Juliana Radtke

     

    Naturgeschichte im KuU Radtke 1

     

    1. „Sternenkarussel“ (Décalcomanie, Dripping, Collage) - Das Universum als der Anfang und die Grundlage aller Entwicklungen.

     

    Naturgeschichte im KuU Radtke 2

     

    2. „galaktischer Funken“ (Dripping) - Durch ein zufälliges Aufeinandertreffen von Kometen entsteht die Erde.

     

    Naturgeschichte im KuU Radtke 3

     

    3. „Desoxyribonukleinsäure (DNA)“ (Décalcomanie) - Es entsteht erstes Leben, symbolisiert durch einen DNA-Strang.

     

    Naturgeschichte im KuU Radtke 4

     

    4. „mehr Einzeller“ (Frottage) - Die ersten einzelligen Lebewesen bilden sich, wachsen und entwickeln sich weiter.

     

    Naturgeschichte im KuU Radtke 5

     

    5. „ein Mehrzeller“ (Kordeldruck) - Das Leben wird komplexer, das Wachstum ist dargestellt durch eine wachsende Pflanze.

     

    Naturgeschichte im KuU Radtke 6

     

    6. „rising phoenix“ (Grattage) - Es entwickeln sich Tiere und mit ihnen die Freiheit, Entscheidungen zu treffen.

     

    Naturgeschichte im KuU Radtke 7

     

    7. „fünf vor zwölf“ (Collage) - Zum Schluss taucht der Mensch auf, mit ihm deutet sich ein Zerstörungsprozess an.

     

     

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