„Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen!“ (Augustinus Aurelius)

Es muss wieder einen Dialog zwischen „Jung und Alt“ geben!

Da immer weniger Schüler, aus den verschiedensten Gründen, ihre Urgroßeltern oder sogar Großeltern im Alltag erleben (können), hat die Philosophiefachschaft entschieden, dass wir ein Projekt gesellschaftlichen Handelns in unserem 9. Jahrgang durchführen wollen. Ziel des Projektes soll eine Schulung und Schärfung des Blickes unserer Schülerinnen und Schüler für andere Menschen und auf die gesamte Gesellschaft sein. Hierfür sollen die Schülerinnen und Schüler auch die Chancen und Einschränkungen des Älterwerdens bewusst erleben.2020 03 30 Generationentreffen 1

Wir möchten die soziale und gesellschaftliche Verantwortungskompetenz der Schüler fordern und fördern, wir möchten das verständnisvolle Handeln füreinander und miteinander schulen und bewusst machen, dass „Jung und Alt“ voneinander lernen können. Hierzu zählt als Grundvoraussetzung die gegenseitige Akzeptanz der (vielleicht) unterschiedlichen Sicht- und Handlungsweisen.

Wir wählen als Begegnungsort bewusst nicht die Schule und als Themen für den Dialog bewusst keine Lehrplaninhalte. Es sollen pädagogisch wertvolle Aktionen und Gespräche stattfinden, aber es soll auch genügend Freiraum sein, in dem die Schülerinnen und Schüler spontan und dem Gegenüber angepasst handeln können. Das Projekt fand bereits 2019 mit Erfolg statt und wird seitdem fortgesetzt. Dieses Jahr wurden Heime in Beuel-Pützchen, Duisdorf und Ippendorf besucht und - anders als im Vorjahr - gelang es, die Schülerinnen und Schüler an allen drei Tagen in die Heime zu schicken. Dort sammelten sie viele Eindrücke und Erfahrungen, denen einige in den nachfolgenden Artikeln Ausdruck geben:

Vom 26.2. - 28.2.2020 besuchten wir mit dem Philosophie-Kurs das Altenheim. Die Kurse wurden in drei Altenheime aufgeteilt (Haus Elisabeth, St. Albertus-Magnus-Haus, Wilhelmine-Lübke-Haus). Ich ging in das Haus Elisabeth, in dem wir uns um neun Uhr trafen.

2020 03 30 Generationentreffen 6Zu Beginn bekamen wir verschiedene Gegenstände, z.B. Brillen mit Creme, Handschuhe oder Gürtel, mit dem man sich den Arm an den Körper binden konnte, um die verschiedenen Handicaps darzustellen. Somit konnten wir uns später auch besser in die Bewohner des Alenheims hineinversetzen. Danach wurden wir in kleinere Gruppen eingeteilt, um die älteren Menschen zu besuchen.

Als wir im Esszimmer ankamen, wurden wir sehr gut aufgenommen. Wir bildeten einen Stuhlkreis und spielten mit allen Tischkegeln. Dabei muss man sagen, dass am Schluss sogar die älteren Menschen gewannen.

Am nächsten Tag trafen wir uns wieder in dem Gemeinschaftsraum. Uns wurde gesagt, was unsere nächste Aktion ist, und die kleinen Gruppen teilten sich wieder auf. Wir gingen wieder zu den Bewohnern vom Vortag und sollten diese Mal „stricken und häkeln“. Leider konnte dies niemand, weswegen wir einfach Bänder knüpften. Währenddessen unterhielten wir uns mit den älteren Menschen über ihre Vergangenheit. Zum Ende schenkten wir ihnen die geknüpften Bänder und bekamen sogar das Angebot, sie nochmal zu besuchen, um Stricken und Häkeln zu lernen.2020 03 30 Generationentreffen 7

Am letzten Tag trafen wir uns wieder alle im Gemeinschaftsraum, um zusammen eine Olympiade zu machen. Dabei sollte in einer Zweiergruppe ein Bewohner des Altenheims dabei sein. Zusammen spielten wir dann z.B. Dart, Tisch-Kicker oder Dosenwerfen.

Als die Olympiade zu Ende war, aßen und tranken wir zusammen. Im Ganzen haben mir diese drei Tage sehr viel Spaß gemacht, und ich habe sehr viele neue Erfahrungen gesammelt.

Lilli Seggewiß, 9a

Bei unserem Besuch im Wilhelmine-Lübke-Haus in Duisdorf vom 26.2. bis zum 28.2.2020 haben wir mit vielen älteren Senioren gesprochen. Die meisten von ihnen waren sehr unterschiedlich. Es gab viele verschiedene Altersklassen und einige konnten schlecht hören und saßen im Rollstuhl. Andere konnten währenddessen sehr gut hören und ohne Rollator laufen. Insgesamt war es ein sehr guter Eindruck, mal in einem Altenheim gewesen zu sein, da ich beispielsweise noch nie vorher in einem war.

Am ers2020 03 30 Generationentreffen 5ten Tag wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe hatte eine Sitzrunde mit verschiedenen Senioren, und die zweite Gruppe wurde auf einige Pfleger des Hauses verteilt und schaute sich deren Arbeit genauer an. Ich war zunächst in Gruppe zwei. Dort haben wir eine kleine Rage-Runde mit einigen Senioren gemacht. Dabei haben wir aus verschiedenen Quizheften Fragen vorgelesen, die die Senioren beantworten mussten.

Am zweiten Tag haben die beiden Gruppen gewechselt und in meiner Gruppe haben wir dann die Sitzrunde gemacht. In der Mitte stand ein Tisch mit verschiedenen alten Gegenständen darauf. Zunächst mussten wir raten,  was man mit einem Gegenstand machen konnnte. Daraufhin wurde es uns von den Senioren erklärt.

Am letzten Tag wurde eine große Bingorunde gemacht, bei der wir alle Senioren in einen großen Ess-Saal führen mussten. Während des Spiels haben wir sie dann beim Platzieren ihrer Steine unterstützt. Schön war, dass es die ganze Zeit einen Wagen mit Keksen gab. Zum Ende hin war es gut, eine solche Erfahrung gemacht zu haben.

Paul Neumann, 9a

2020 03 30 Generationentreffen 11Der erste Tag begann um 9 Uhr morgens, am 26.2.2020 im Seniorenheim in Duisdorf. Wir trafen uns im Gebetsraum der Senioren und klärten in einem Sitzkreis den Ablauf der kommenden Tage dort. Daraufhin teilten uns drei Mitarbeiter des Seniorenheims in jeweils zwei Sechsergruppen und drei Zweiergruppen. Die eine Gruppe blieb im Sitzkreis sitzen, und meine Gruppe ging mit den Mitarbeitern mit. Wir sechs teilten uns jeweils zu zweit auf die drei Mitarbeiter auf. Ich ging mit Lisa, einer Schulfreundin, zu einer Frau, die an dem Tag mit den Senioren der dritten Etage kegelte. Sie stellte uns allen Senioren vor und daraufhin bauten Lisa und ich die Kegelstation auf. Wir spielten mit ein Paar Senioren eine Stunde lang und der Gewinner durfte sich eine Süßigkeit aussuchen. Der Rest bekam ein Schokobonbon.

Anschließend gingen wir wieder zum Gebetsraum, um über das anstehende Filmegucken zu reden. Als wir dann geklärt haben, wer was macht, ist meine Sechsergruppe in den Filmraum gegangen und wir haben Filme über das Leben mit Demenz und den Alltag der Altenpfleger geschaut. Dies dauerte um die 45 min. Danach haben wir uns wider im Gebetsraum wiedergefunden und haben uns für den Tag verabschiedet.

Der zweite Tag im Seniorenheim, am 27.2.2020, begann wieder um 9 Uhr morgens im Gebetsraum. An dem Tag tauschte meine Gruppe mit der anderen Gruppe, so dass wir das machten, was die andere Gruppe am Tag zuvor getan hatte, und für die andere Gruppe lief es genauso. An dem Tag blieben wir im Gebetsraum und drei von uns haben ein paar Senioren aus den Wohngruppen geholt, um mit ihnen einen Sitzkreis zu bilden. Als dies getan worden war, bekamen wir, die Senioren mit eingeschlossen, Namensschilder, so dass wir uns besser bei Namen nennen konnten. Wir besprachen zuerst neun Gegenstände, die vor uns auf einem Tisch lagen und in den 19. hunderten Jahren benutzt worden sind. Wir Kinder sollten sie erraten und darauf folgend erklärten die Senioren die Gegenstände und erzählten uns, was bzw. wie sie die Gegenstände danmals genutzt haben. Als das dann getan war, sind die Senioren auf ihre Zimmer gegangen, und wir haben Stationen zum Thema Demenz bearbeitet.

Zum Abschluss des Tages haben wir besprochen, was wir am nächsten Tag machen werden.

Den dritten Tag konnte ich leider nicht miterleben, da ich krank war, aber soweit ich weiß, es wurde Bingo gespielt.

Kassandra Arteaga, 9b

2020 03 30 Generationentreffen 9In der Woche vom 26.2. bis zum 28.2. haben die PP-Kurse unserer Stufe drei verschiedene Altenheime in Bonn besucht, während die Religionskurse auf Besinnungsfahrt waren. Die Gruppen, in der ich war, hat das „Wilhelmine-Lübke-Haus“ in Duisdorf besucht.

Wir haben an den drei Tagen in Kleingruppen verschiedene Sachen gemacht, um mit den Bewohner*innen des Heims in Kontakt zu kommen und uns besser in Ihre Lage versetzen zu können. Darunter waren z.B. die Begleitung der Mitarbeiter oder das Helfen der Senioren beim Bingo spielen.

Besonders gefallen hat mir eine Gesprächsrunde, die wir mit einigen Senioren halten durften. Wir haben in einem Kreis gesessen, und in der Mitte, auf einem kleinen Tisch, sanden altmodische Gegenstände, die die Senioren uns erklärt haben. Dazz hatten sie meist alte Geschichten. So hat uns z.B. eine Dame von dem jährlichen Hausputz erzählt, als sie uns einen alten Teppichklopfer gezeigt hat.

Insgesamt hat mir das Projekt sehr gefallen, weil ich mal eine neue Perspektive kennengelernt habe und für ein paar Tage in eine ganz andere Welt eintauchen durfte. Daher hoffe ich, dass es in den nächsten Jahren wiederholt wird.

Johannes Heath, 9a

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Bilder: Stefan Altrock

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