Sommerkonzert 2018 Skyfall AlleIm Rahmen des 21. Bonner Schumannfestes fand am 17.06.2018 das diesjährige Orchesterkonzert des EMA in der Aula der Universität Bonn unter dem Titel Amerika statt. Der Traum von Amerika wurde geweckt durch die Wahl der Komponisten und der Stücke. Doch wozu in die Ferne schweifen und von Amerika träumen, wenn das EMA AMErika musikalisch in Bonn zum Leben erweckt!

Das diesjährige Konzert zeigte sehr deutlich, dass die konsequente, regelmäßige, geduldige, engagierte Probenarbeit des ganzen Jahres hörbar Früchte trägt. Intensiviert wurden die Anstrengungen noch während der kurz vorher vom 06. bis 08. Juni durchgeführten Probentage in Prüm, wo alle Musiker des Junior- und großen Orchesters bei schwülen 30 Grad Phrasierung, Intonation, Zusammenklang und nicht zuletzt schwere Stellen übten. Es hat sich gelohnt. Und nicht der Schweiß, die viele Zeit, die Anstrengung bleiben in Erinnerung, sondern die intensiven Momente, in denen man sich als Teil des Gesamtklangs fühlen darf, in denen das Gemeinschaftserlebnis durch Mark und Bein geht, das Klangerlebnis Gänsehaut auslöst, den ganzen Körper füllt und manche bis zu Tränen rührt. Das ist der Reichtum, den gemeinsames Musizieren schafft.

Dem Juniororchester, das unter der Leitung von Toni Schüller und Michael Therre extrem intonationsrein und mit beeindruckendem Gesamtklang musizierte, gelang es direkt zu Beginn, die Zuhörer bei Leroys „Syncopated Clock“ in die positiv beschwingte und heitere Stimmung alter amerikanischer Spielfilme zu versetzen.

Sommerkonzert 2018 JuniorOrch TrompeteBeim Wiegenlied „A Trumpeter's Lullaby“ mit dem Solotrompeter Jakob Severin hingegen versank man im American Dream in einer Sommerkonzert 2018 JuniorOrch THEMischung aus dem Gefühl von beruhigender Geborgenheit und unausgesprochener Sehnsucht. Wirklich herausragend spielte hier der noch junge Jacob mit klarem, souverän geführtem und vollem Ton.
Kokett und verspielt erklang als drittes Anderson-Stück der "Blue Tango", bei dem man sich als Zuhörer fast wie ein Tänzer fühlte, der mit einem imaginären Partner über das Parkett schwebt. Das fast schon als lustig zu bezeichnende letzte Stück, der Radetzky-Marsch von Strauss, bezog das Publikum hingegen real ein, durfte und sollte es doch mitklatschen und sich mitreißen lassen.

Es folgte der von Michael Therre geleitete Chor der Klassen 6-8, der mit seinem Programm eher Ruhe und Nachdenklichkeit auslöste. So besang er als erstes mit Roland Orzabal die oft bedrückende „MadWorld“, ehe das hoch sentimentale Stück aus Les Choristes (Die Kinder des Monsieur Mathieu) „Caresse sur locean“ eine tiefgehende Sehnsucht und Verlorenheit ausdrückte. Gleichsam als Trost folgte das innige Segenslied „The Lord bless you and keep you“ von John Rutter, das einem - ob gläubig oder nicht - das Gefühl von Hoffnung und Geborgenheit vermitteln konnte.

Sommerkonzert 2018 SinfonieOrch DUPDas große EMA-Sinfonieorchester hatte nach der Pause ein aufgrund seiner Besetzung besonderes Stück im Programm, das Medley zur "West Side Story" von Bernstein, so dass neben den üblichen Blasinstrumenten auch Saxophone ertönten. Diese (von Annette Dupré dirigierte) Selektion besticht durch das vielseitige Arrangement, das verschiedene Szenen und Stimmungen aufgreift und diese sehr passend den verschiedenen Instrumentengruppen zuordnet. So überzeugten die Streicher z. B. in ergreifenden getragenen Pianostellen,Sommerkonzert 2018 JuniorOrch HER die Bläser durch vollen schmissigen Sound.

Passend zum Thema war der Höhepunkt des Programms sicher die Sinfonie "Aus der neuen Welt" von Dvořák, der in den Sätzen "Adagio", "Allegro Molto" und "Allegro con fuoco" durch die verschiedenen Klangfarben, die große dynamische Bandbreite und die Komplexität der Sätze unterschiedliche Seiten der „neuen Welt“ in unglaublicher Intensität vertonte. Das Orchester (hier geleitet von Andreas Herkenrath) meisterte dieses anspruchsvolle Werk sehr überzeugend und ausdrucksstark.

Den Abschluss des Konzerts bildete das durch einen James Bond-Film berühmt gewordene Stück von Adkins und Epworth, „Skyfall“, das neben dem Orchester auch den Chor der Klassen 6-8 noch einmal als Backgroundchor zum Einsatz brachte. Den Sologesang übernahm Merle Claus, deren volle Stimme eine Verstärkung im Prinzip gar nicht benötigt, die aber aufgrund der Größe des Saals und Orchesters mit Mikrophon sang. Ein krönender Abschluss.

Doch nicht nur das Konzert fand hier seinen Abschluss, auch für die zahlreichen Musiker der Q2 war dieses Konzert ihr ganz persönlicher Abschluss und Abschied vom EMA, vom Orchester, von ihrer Schulzeit. Aus diesem Grund erhielten sie alle eine Rose und ein kleines Geschenk als herzliches Dankeschön - und damit sie ihre Zeit am EMA nicht vergessen.

Wir danken nicht nur diesen Musikern für ihren jahrelangen Einsatz, sondern allen Schülern, die sich neben Schule, Hausaufgaben, Sportvereinen, social media, Freunden etc. die Zeit nehmen zu üben, zu proben, aufzutreten!

Doch es ist vor allem auch der Hartnäckigkeit, dem Engagement, dem Anspruch, der Geduld und letztlich der Liebe zur Musik und den Schülern unserer Musiklehrer zu verdanken, dass dieses Konzert mit dieser beeindruckenden Teilnehmerzahl an Musikern der verschiedenen Ensembles auf dem gehörten hohen Niveau und der überzeugenden Musikalität dargeboten werden konnte. Zuletzt gilt auch noch ein Dank den Veranstaltern des Schumannfestes und der Universität Bonn, die uns erneut ihre Aula zur Verfügung stellten. Mag zwar die mittlerweile jahrelange Schließung der EMA-Aula für den Probenalltag, unsere zahlreichen Aktivitäten und Konzerte äußerst problematisch, teuer und arbeitsaufwändig sein, ist auch die Uni-Aula ein würdiger und großartiger Spielort.

Rita Hillert

 

PS: Freuen Sie sich auf mehr Fotos und Detailaufnahmen im kommenden Jahresbericht, der nach den Sommerferien erscheint.

 

 

Sommerkonzert 2018 Fanta4

 

(Fotos: R. Hillert)

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