Shakespeare erleben Bild1Am Mittwoch, dem 22. Juni 2016, hatte der Englisch Leistungskurs der Q1 von Frau Dr. van Melis-Spielkamp das Vergnügen, an einem Workshop im Rahmen des Shakespeare Festivals, veranstaltet durch das Shakespeare Globe Zentrum in Neuss, teilzunehmen. Durch Spiele und Übungen brachte die Leiterin Frau Dr. Vanessa Schormann innerhalb von drei Stunden den Schülern und Lehrkräften Frau van Melis-Spielkamp und Herrn Martinius die Werke des bekannten englischen Autors und Schauspielers nahe.


Zunächst klärte Frau Dr. Schormann die Schüler über Shakespears Leben und das elisabethanische Zeitalter auf und veranschaulichte diese Informationen mit Bildern. In dieser Zeit wurden die öffentlichen Theaterstücke vom Marktplatz in geschlossene Theater umgesiedelt, um den Schauspielern ein gewisses Einkommen zu ermöglichen. Diese Theater waren rund und die Bühne wurde von drei Seiten bespielt. Im Londoner Globe Theatre konnten sich regelmäßig etwa 3.000 Menschen Shakespeares Stücke anschauen. Die Zuschauer verteilten sich auf die günstigen Stehplätze vor der Bühne und die Ränge für die gehobenen Schichten. Da sich zu dieser Zeit viele Krankheiten verbreiteten, Wasser aber schmutzig war, wuschen sich die Leute nicht und trugen ihre Kleidung über mehrere Wochen. Durch das Essen und Trinken von Bier im Theater in Kombination mit den riechenden Zuschauern kann man Theater von damals kaum mit dem von heute vergleichen. Die Schauspieler waren ebenfalls nicht ausgebildet, sondern erhielten ihren Text in Form einer Papierrolle erst kurz vor dem Auftritt, woher auch der Ausdruck „eine Rolle zugeteilt bekommen“ stammt.


Nach der Einführung wurden ein paar Spiele zum Aufwachen und zur Konzentration gespielt, welche nebenbei die Schüler und Lehrer als Team stärkten. Sie sollten Aufgaben lösen, wie sich beispielsweise innerhalb von zehn Sekunden der Größe oder der Helligkeit ihrer Kleidung nach zu ordnen.


In der Pause hatten die Schüler das Glück, sich das echte Neusser Globe Theatre auch von innen anzuschauen. Der Regisseur des am Abend auftretenden Ensembles besprach mit dem Bühnentechniker die Einstellungen, während Frau Dr. Schormann ein wenig über das Gebäude und die Ausstattung sprach.


Nach der Pause beschäftigte sich die Gruppe dann mit Shakespeares Werken. Shakespeare erfand während seines Lebens rund 7.000 Neologismen, so dass die Sprache für die damaligen Zuschauer ähnlich schwer verständlich war wie für uns heute, damals allerdings auf Grund ihrer Modernität. Besonders häufig verwendete Shakespeare Beleidigungen oder sexuell geprägte Ausdrücke. So teilte Frau Dr. Schormann Zettel mit diesen Begriff an die Schüler und Lehrer aus und forderte sie auf, sich gegenseitig mit diesen Ausdrücken zu beleidigen, auch ohne die Ausdrücke zu verstehen. Dadurch wurde besonders den Schülern die Sprache Shakespeares näher gebracht. Nach mehreren verschiedenen Übungen wurde der Zettel mit den Begriffen durch einen für jeden Schüler individuellen Satz, aus einer zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten Szene, ersetzt. Diesen sollten sich die Einzelnen durch wiederholtes Aufsagen merken. Anschließend wurden die Sätze zusammengefügt, wodurch sich eine Szene aus Romeo und Julia ergab. Diese Szene wurde schlussendlich auf einer improvisierten Bühne von den Schülern und Lehrern als Standbild dargestellt.


Durch diese Exkursion kamen die Schüler dem im nächsten Schuljahr zu behandelnden Stoff näher, erfuhren Tipps zum Lesen von Shakespeares Werken und konnten spüren, dass die Texte von vor 400 Jahren immer noch auf die heutige Zeit übertragbar sind.

 

Lola Grote, Q1

 

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 (Fotos: L. Grote)

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