Freitag, 20. Februar 2015, kalte und müde vier Uhr morgens. Der Bus rollt vor die Bushaltestelle des EMA, und 30 verschlafene, aber frohe Schülerinnen und Schüler der Französischkurse der Q1 hieven ihr Gepäck in den Kofferraum und sich in den etwas eng bemessenen Bus. Immerhin passen alle hinein und finden, notfalls auf dem unbequemen, steilen Beifahrersitz einen Platz.
Acht Stunden später haben wir nicht nur zwei Landesgrenzen sondern auch den Boulevard Périphérique überquert und sehen rechts auf dem Hügel bereits unser erstes Besichtigungsziel: Le quartier de Monmartre mit der berühmten weißen Kirche Sacré Cœur.
Wenn Sie mehr über die einzelnen Sehenswürdigkeiten erfahren möchten, empfehlen wir jetzt schon den kommenden Jahresbericht 2014/15, in dem Sie alles Wissenswerte lesen und auf Fotos sehen können.
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Die Teilnehmer auf den Treppenstufen vor Sacré Cœur: Bihler, Johanna; Boenisch, Nanja; Dupré, Johanna; Eibelshäuser, Wiebke; Elumari, Ismail; Holtbernd, Florian; Kaspari, Charlotte; Kempe, Paulina; Köster, Alisa; Krümmel, Hannah; Leineweber, Clara; Lück, Severina; May, Emma; Mensah, Brindon; Musiol, Philip; Qureischi, Sahra; Recht, Victoria; Richter, Louisa; Schumacher, Clara; Siebel, Marta; Ter Haar, Ines; Weitz, Julia; Schäfer, Tahira; Richter, Juliana; Kirsch, Paula; Bülte, Christopher; Schröder, Lily; Kuhlmann, Oline; Friedrichs, Rabea sowie Rita Hillert und Henning Halm, der wieder mit großem Arbeitseinsatz alles bis ins Detail geplant und organisiert hatte. Mille fois merci!

In einer der sogenannten „Walkingtouren“ ging es direkt zu einer etwas traurigen Besichtigung der Place du Tertre. Denn dieses Mal konnte man mit Juliette Gréco zwar singen Sous le ciel de Paris „marche un groupe heureux“, hm, hm, leider aber auch mit Joé Dassin sous la pluie à midi. Nur sehr wenige Maler und Karikaturisten hatten ihre Staffeleien und Bilder aufgebaut, wo es sonst vor Farben leuchtet und vor Menschen wimmelt. Immerhin ließ uns Paris trotzdem wie immer keine Wünsche offen, denn il y a tout ce que vous voulez nicht nur Aux Champs-Élysées.
Zunächst ging es jedoch den Berg von Montmartre hinab zum Moulin Rouge, das vielen Schülern gar kein Begriff mehr war, so dass die rote Mühle weniger Bewunderung hervorrief als gedacht. Zeiten ändern sich.

Nach einer kurzen Pause zum Abladen der Koffer im MIJE, unserem Hostel, das ganz nah an der Seine und dem Marais liegt, machte sich die Gruppe wieder auf, um durch das Hôtel de Sully auf die Place des Vosges und durch das Quartier juif zu spazieren, was trotz des ständigen Regens interessant war. Weiterhin im Regen kamen wir zum Centre Pompidou und dem Quartier des Halles, dem ehemligen ventre de Paris, dem zentralen Markt. Dort konnten die Schüler nach Lust und Laune die Aussicht aus den Plastikrohren genießen, weitere Kirchen anschauen, etwas essen oder shoppen gehen. Abends kehrten wir zusammen über den Platz vor dem Hôtel de Ville, auf dem es im Winter eine riesige Eisbahn gibt – die wenigen Sportfans schienen mehr durchs Wasser zu surfen als Schlittschuh zu fahren – zurück zum MIJE, wo wir ziemlich groggy gegen neun Uhr ankamen. Einige Hartgesottene nutzten die Zeit bis zum Abendappell um zehn Uhr, um auf der Rue de Rivoli nochmal ein paar Läden zu schauen oder einfach die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.

Der Samstag begann bei klirrendem Sonnenschein und einem Frühstück im Kellergewölbe des ehemaligen Klosters. Zum Beweis dafür, dass das EMA sehr wohl auch inklusiv funktioniert und auf die Bedürfnisse von in diesem Fall Gehbehinderten eingeht, schoben wir eine Schülerin im Rollstuhl quer über die Ile de Saint Louis auf die Ile de la Cité zu Notre Dame und der Sainte Chapelle, wo wir für neun Uhr angemeldet waren. Es war erstaunlich, wie gut eine Großstadt wie Paris für Rollstuhlfahrer geeignet ist – allerdings nur, wenn es jemanden gibt, der schiebt. Alle Bürgersteige hatten eine Absenkung auf Bodenhöhe, warnende Knübbelchen und weiß markierte Zonen an den Kreuzungen. Nachteilig waren die großen Pfützen, die sich oft davor sammelten, so dass der Schiebende nicht nur Kraft zum Anheben des Rollstuhls, sondern auch noch zum Sprung hinterher brauchte. Da es in der Gruppe aber einige starke und hilfsbereite FRAUEN gab, lief alles reibungslos.

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Nach der Besichtigung der beiden Kirchenschiffe der Sainte Chapelle besichtigten alle Notre Dame, wo gerade eine Messe stattfand, so dass wir einige Gemeindelieder mitbekamen. Nach einer Freizeit trafen wir uns im Quartier Latin vor dem Brunnen Saint Michel wieder, wo ein Kind von oben noch nicht nass genug war, sondern sich auch noch in den Brunnen setzte ... Zum Glück waren die Q1’er aus diesem Altern hinaus, so dass wir weiter zur Gare d’Orsay walkten, die auf dem Besichtigungsprogramm stand, ehe wir entlang den Berges de la Seine zur Tour Eiffel gelangten. Dort hörten wir weitere informative Kurzvorträge im Starkregen, bevor  die Schüler in Kleingruppen teilweise zu Fuß, mit dem Aufzug - oder gar nicht - auf den Turm hoch konnten.
Des Laufens und Regens müde leisteten wir uns danach den Luxus einer Métrofahrt. Nach klarer Ansage der ligne, der direction, der station où il faut changer und wo man aussteigen musste – wie früher einmal trocken in einer Buchlektion geübt – kamen wir mitten auf einer Verkehrsinsel vor der Opéra Garnier wieder ans Tageslicht und stürmten die Galeries Lafayettes, deren bunte Jugendstilkuppel und faszinierende Aussicht vom Dach jedes Mal von Neuem begeistern.

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Wieder hatten die Schüler frei, um den Boulevard Haussmann mit seinen Läden und Restaurants zu erkunden, ehe wir uns um neun Uhr im MIJE wiedertrafen. Einige waren jedoch nicht müde genug und gingen mit Herrn Halm in der Nähe in eine brasserie boire un pot.
Il est sept heures, Paris s’éveille ... zum Glück starteten wir aber erst kurz vor neun Uhr bei nun strahlendem Sonnenschein zu unseren letzten Sehenswürdigkeiten: An der Seine entlang zum Louvre über die Pont Neuf und die „Schlösserbrücke“, die mittlerweile sehr unansehnlich und schäbig aussieht, weil viele Elemente das Gewicht Eisenschlösser nicht tragen konnten, daher vollständig durch Holzplatten ersetzt wurden, die anderen Felder innen komplett mit Holz vergeschraubt und von „Künstlern“ hässlich besprüht wurden.
Nach unserem geometrisch etwas unpräzisen Pyramidenfoto, das dennoch einige Japaner ebenfalls für knipsenswert hielten, hatte die Grüppchen die letzten Stunden freie Zeit, um sich auf ihre Weise weitere Eindrücke mitzunehmen und sich von Paris zu verabschieden. Es boten sich an ein Spaziergang durch die besonnten Tuilerien, der Arc de Triomphe, die Champs Elysées, deren Läden sogar geöffnet hatten, der Grand und Petit Palais ...
Pünktlich schon vor vierzehn Uhr fuhr „Peter“ uns durch die Ardennen zurück nach Bonn, wo wir wohlbehalten zu Hause in die Betten sanken und glücklich an Peters letzte Worte denken konnten: „Ihr seid eine wirklich tolle und nette Truppe gewesen.“ Na dann!

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