Am EMA fand vom 16. bis 23. April zum 9. Mal der Romaustausch statt – pünktlich zu Beginn des lang ersehnten Frühlingswetters. So konnten die Lateinschüler der siebten Klassen ihre römischen Partner von der Mittelschule Lante Alfieri aus Rom bei Sonnenschein und blühenden Bäumen empfangen. Auf dem Programm stand dieses Jahr neben traditionellen Besichtigungstouren, zu denen unter anderem eine Stadtführung, der Besuch des Hauses der Geschichte, des Beethovenhauses und ein Ausflug nach Köln gehören, auch eine Bootstour nach Linz mit Besuch des Aquariums in Königswinter.

Von den Führungen profitieren seit zwei Jahren nicht nur die italienischen Gäste, sondern auch Schüler der Oberstufe, die in der EF (Klasse 10) mit Italienisch angefangen haben und, unterstützt von den Italienischkolleginnen Frau Pohl und Frau Grützmacher, einige Erläuterungen auf Italienisch darboten.

Die Kommunikation unter den Schülern läuft ansonsten auf Englisch, da es sich bei dem 2005 von Frau Schaefer und Frau Hillert gegründeten Austausch um einen Kulturaustausch handelt. Der Titel „Romaustausch – inklusiv“ passt daher in mehrfacher Hinsicht.

Inklusiv gewinnt man beim Austausch zahlreiche Erfahrungen mit der Kultur und Lebensweise italienischer Familien, inklusiv lernen die Schüler früh, sich mit ausländischen Partnern in der gemeinsamen Fremdsprache Englisch zu verständigen, inklusiv ist die Erfahrung, längere Zeit ohne die eigene Familie in unbekanntem Umfeld zurechtzukommen. Nicht zuletzt bedeutet inklusiv aber auch, dass behinderte und nichtbehinderte italienische Kinder zusammen in eine Klasse gehen und selbstverständlich im Klassenverband nach Bonn kommen.

Meist wird an der römischen Schule ein Schüler oder eine Schülerin mit Behinderung pro Klasse aufgenommen, deren Schülerzahl dadurch automatisch auf 20 begrenzt wird. Diese Schüler werden den ganzen Tag über von einem oder einer „assistente“ begleitet und unterstützt. Auf Fahrten kommt manchmal zusätzlich eine weitere Betreuungsperson für die Nacht mit.

Den deutschen Familien ist es zu verdanken, dass der Austausch bei Bedarf inklusiv durchgeführt werden kann. Denn es fand sich auch dieses Jahr eine Familie, die nicht nur das behinderte Kind und seine beste Freundin, sondern darüber hinaus noch die Betreuerin aufnahm.

Inklusiv sind daher auch die Erfahrungen, die die deutschen Schüler und Lehrer im eher ungewohnten Umgang mit dieser Situation und den Erfordernissen machen. Als Beispiel sei der Ausflug nach Köln genannt, der eine Frage nach der anderen aufwarf: Wo finden sich Schrägen für den Rollstuhl? Wo Aufzüge? Welche Straßen enden aufgrund vieler Treppen plötzlich als Sackgasse? Wie umgeht man grobes Kopfsteinpflaster? Wie quetscht man neben einer Schülergruppe zusätzlich einen Rollstuhl in den überfüllten Zug? Wo kann der Rollstuhl im Zug stehen, ohne Türen und Gänge zu versperren?

Letztlich konnten jedoch alle Hindernisse und Schwierigkeiten überwunden werden, so dass die Teilnehmer eine gelungene und intensive Woche – inklusive römischem Wetter – verbracht haben. Am Abfahrtstag nach der vorabendlichen gemeinsamen Feier waren alle traurig, „addio” sagen zu müssen, und trösteten sich mit der Vorfreude auf den Gegenbesuch in Rom, der Ende September stattfinden wird.

Wir danken allen Familien für ihre offene und freundliche Aufnahme der italienischen Schüler, den Kollegen Frau Pohl, Herrn Schüller und Frau Grützmacher sowie dem italienischen Schülervater Herrn Pizzo, die eine Führung begleitet haben, den Schülern der Italienischkurse sowie Simon Knott, der abends als DJ fungierte.

Rita Hillert und Claudia Schaefer

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