EMA Sommerkonzert 2017 TextbildIn einem in diesem Jahr wahrhaft großartigen Rahmen konnten Markus Schuck als Leiter des Bonner Schumannfestes und Toni Schüller als Koordinator des musischen Zweiges am EMA das traditionelle Sommerkonzert der EMA-Musik einem großen Publikum ankündigen, welches – dem Fronleichnamstag und der langjährigen Kooperation zwischen EMA und Universität sei´s gedankt – in der Aula des Schlosses im Herzen der Stadt Platz nehmen und sich auf hervorragende Akustik und entsprechende Klangerlebnisse freuen durfte.

Händel ist nicht Schumann. Aber seine „Feuerwerksmusik“ konnte schon bei ihrer Premiere seinerzeit mehr als dafür entschädigen, dass das, wofür sie eigentlich nur als musikalischer Rahmen gedacht war, das königliche Feuerwerk im Londoner Greens Park, ein ziemlicher Schlag ins Wasser wurde. Womit wir wieder bei Schumann wären, der über ein halbes Jahrhundert später salopp und sinngemäß bemerkte, der Kontext der Entstehung eines musikalischen Meisterwerkes sei für dessen Würdigung völlig unerheblich. „Die Hauptsache bleibt, dass gute Musik herauskommt, die immer auch rein als Musik befriedigt.“

Und so durfte man Händels „Feuerwerks“-Ouvertüre und Burée, mit denen das EMA-Junior-Orchester das Konzert eröffnete, getrost als Ansage eines Feuerwerks musikalischen Könnens verstehen, als dessen Programm-Höhepunkte an diesem Spätnachmittag sicherlich die Schumann-Beiträge zu sehen waren. Das Junior-Orchester legte vor, mit dem schwungvollen „Geburtstagsmarsch“, dem melancholisch getragenen und von Dominik Luckert am Cello wunderbar sanft gestrichenen „Abendlied“ sowie dem von Toni Schüller für Orchester arrangierten „Reigen“ – allesamt aus Schumanns „12 vierhändige Klavierstücke für kleine und große Kinder, Op. 85‘“ und allesamt packend in ihrer Demonstration dessen, wozu ein begabtes Nachwuchsorchester unter einer fachlich und pädagogisch hochmotivierten und professionellen Leitung imstande ist.

Der Umzug ins Rheinland hatte den gebürtigen Sachsen Robert Schumann 1850 schnell in eine geradezu sinfonische Hochstimmung versetzt, die sich in seiner ausnehmend heiteren und freudvollen 3. Sinfonie entlud. Aus dieser gab das EMA-Sinfonieorchester unter der bravourösen Leitung von Annette Dupré und Andreas Herkenrath die Sätze Nr. 1 („Lebhaft“), 2 („Nicht schnell“) und 5 („Lebhaft“) zur hörbar großen Freude des Publikums und höchsten Zufriedenheit des Maestros wieder, der später hörbar beseelt konstatierte, mit Schumanns „Rheinischer“ habe das Ensemble lange respektvoll gerungen, dann schließlich einige Wochen vor der Aufführung den Knoten gelöst und sie schließlich gespielt. Hoch sei man damit gegangen, so Herkenrath, in Regionen, jenseits derer selbst einem Schulorchester wie diesem dann doch die Luft etwas dünn werden müsse. Vor lauter Stolz und Ergriffenheit vergaß er am Ende sogar das Verteilen der Blumensträuße. Was hätte Schumann dazu gesagt? „Hauptsache bleibt, dass gute Musik herauskommt…“

Und die kam an diesem Nachmittag nicht allein aus Schumanns Feder. Das EMA-Sinfonieorchester hatte sich unmittelbar nach der Pause erst einmal mit einigen Themen aus James Bond-Soundtracks warmgespielt, bevor es mit „Remembrances“ und dem Hauptthema aus der von John Williams für den Film Schindlers Liste komponierten Musik für die ein oder andere Schluckbewegung im Publikum sorgte: So bewegend unter die Haut und ins Herz ging das Orchester um Violinist Ege Ateslioglu in der vom Entstehungskontext der Musik her sicherlich ernstesten Phase des Konzerts, in der die Freude an der Musik gerade aus deren rührender Schönheit im Angesicht des Todes entspringt.

Freude – als Motto der Veranstaltung – die mit beschwingter Heiterkeit daher kommt, hatten zuvor das sehr reife EMA-Bläserquintett (Leitung: Andreas Herkenrath) mit einer Polka, einem Tango und einem Bolero aus den „5 leichten Tänzen“ des ungarisch-amerikanischen Komponisten Denis Agay ebenso versprüht, wie das Junior-Orchester mit seinem Schlussakt, dem „Walzer Nr. 2“ aus Schostakowitschs „Suite für Jazzorchester Nr. 2“ und – als diesmal einziger chorischer Beitrag der EMA-Musik zum Sommerkonzert – der von Michael Therre geleitete Chor der Klassen 6-8 mit guten Fremdsprachenkenntnissen und noch besseren Stimmen und wieder einmal rührend, kräftig und inspirierend mit vier bekannten wie neuen Liedern seines Repertoirs, Vois sur ton Chemin, von Christophe Barrodier und Bruno Coulais, All over the world, von Mary Donnely, John Rutters I will sing with the spirit und George Strids I have a dream.

Am Ende hieß es Abschied nehmen, von begnadeten Musikerinnen und Musikern, die mit bestandenem Abitur neue Wege gehen werden und von einem wieder einmal reichen und viel Freude gespendetem musikalischem Jahr der EMA-Ensembles und Chöre. Und wohin auch immer die Umstände und Stimmungen die großartigen Geister der EMA-Musikfachschaft im neuen Schuljahr hinführen mögen, sie werden, um Robert Schumann das Schlusswort zu geben, Musik finden, „die immer auch rein als Musik befriedigt.“


Jochen Stiewe

 

EMA Sommerkonzert 2017 Begruessung

 

Markus Schuck begrüßt als Leiter des Bonner Schumannfestes die zahlreichen EMA-Musikerinnen und Musiker. Musik-Koordinator Toni Schüller (im Hintergrund) schmunzelt, weil er weiß, dass es gleich was Leckeres für die Ohren gibt.

 

EMA Sommerkonzert 2017 JuniorOrchester1

 

Das EMA-Junior Orchester (geleitet hier von Michael Therre)

 

EMA Sommerkonzert 2017 JuniorOrchester2

 

EMA Sommerkonzert 2017 JuniorOrchester3

 

Das Junior-Orchester hier geleitet von Toni Schüller

 

EMA Sommerkonzert 2017 Chor1

 

Der EMA-Chor der Klassen 6 bis 8, geleitet von Michael Therre (am E-Piano)

 

EMA Sommerkonzert 2017 Chor2

 

Hörbar gesungene Leidenschaft, die man hier auch sehen kann.

 

EMA Sommerkonzert 2017 Blaeserquintett

 

Das EMA-Bläser-Quintett: Friederike Gimbel - Flöte, Katharina Dreymann - Oboe, Rebecca Dupré - Horn, Andreas Herkenrath - Fagott, Andreas von Haaren - Klarinette

 

EMA Sommerkonzert 2017 Sinfonieorchester gesamt

 

Das EMA-Sinfonieorchester - hier dirigiert von Andreas Herkenrath

 

EMA Sommerkonzert 2017 Sinfonieorchester2

 

...und hier von Annette Dupré - an der Violine vorn: Ege Ateslioglu

 

EMA Sommerkonzert 2017 Sinfonieorchester1

 

EMA Sommerkonzert 2017 Sinfonieorchester3

 

EMA Sommerkonzert 2017 Sinfonieorchester5

 

 

EMA Sommerkonzert 2017 Sinfonieorchester StandingOvations

 

Am Ende gab es stehenden und hochverdienten  Applaus.

 

EMA Sommerkonzert 2017 Sinfonieorchester Rede HER

 

Der Maestro (am Rednerpult) bedankt sich, Schulleiter Thomas Harth (daneben) freut sich und der Kontrabassist (hinten links) pfeift sich eins.

 

EMA Sommerkonzert 2017 Titelbild

 

Die Freude stand am Ende allen ins Gesicht geschrieben - logo: war ja auch das Motto der Schumann-Woche. Tolles Konzert!

 

(Fotos: Rita Hillert)

 

 

 

 

 

 

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