Weihnachtskonzert 2016 EMAChor Begleitung„Im Grunde seines Herzens ist Herr Schüller eigentlich ein Rocker, oder?“, raunt eine Sängerin des EMA-Chores im Mittelgang der bis auf den letzten verfügbaren Quadratmeter gefüllten Endenicher St. Michaels-Kirche zu Beginn der kurzen Pause, in der der Altarraum für den orchestralen Teil des großen EMA-Weihnachtskonzerts vorbereitet wird. Kurz zuvor hatte der EMA-Chor seinen Part der ersten Hälfte des Programms mit dem „Gloria“ sowie dem „Psalm und Halleluja“ aus der Latin Jazz Mass von Martin Völlinger eröffnet, dabei von Nathan Hauschildt am Saxophon, Moritz Preisler am Klavier, Malte Viebahn am E-Bass und Joshua Knauber am Schlagzeug beschwingtes Geleit erhalten und die Vorweihnachtsstimmung in St. Michael ordentlich aufgejazzt . Der Spaß an diesem äußerst gelungenen neuen Akzent in seinem mittlerweile sehr breiten Repertoire an sakraler Musik war dem großen Ensemble und seinem Leiter Toni Schüller deutlich anzumerken, und wenngleich es mit Rockmusik natürlich nichts zu tun hatte, so sei´s dem „Phrasenschwein“ gegönnt, wenn man feststellt: Diese Messe rockt im wahrsten Sinne des Wortes – und wer hätte das gedacht: Latein kann „Rockersprache“ sein.


Dem EMA-Chor vorangegangen war der von Michael Therre geleitete und am Piano begleitete Chor der Klassen 6-8, von dessen Frische man definitiv gerne mehr gehört hätte, nachdem dessen drei Beiträge, „La nuit“ (Jean Philippe Rameau), „I have a dream“ (George L. Strid) und das bekannte provencalische Weihnachtslied „Il est né le divin enfant“ klar und wohltönend verklungen waren. Zuvor hatte der große Chor der 5er-Klassen, geleitet und begleitet von Toni Schüller, Annemie Lehmann und Alexandra Thomas das Konzert mit „Frohe Weihnacht“ (Meinhard Ansohn), „Maria durch ein Dornwald ging“, „Engel haben Himmelslieder“ (Holzmeister und Klein) und Roger Emersons „Singin‘ on Christmas Morn“ den Konzertabend eröffnet und dabei gezeigt – auch instrumental begleitet von Mitgliedern des Junior-Orchesters aus der Erprobungsstufe –, dass man sich um den Chor-Nachwuchs im Haus keine Sorgen machen muss.


Aus dem letzten Drittel des choralen Konzertteils führt nach seinem fulminanten Jazz-Messe-Einstieg der EMA-Chor heraus – zunächst mit dem getragenen keltischen Weihnachtslied „Child in a Manger“ (John Rutter) und dann mit „Die Könige“ aus 6 Weihnachtslieder für Sologesang und gemischten Chor. Und auf den Last-Minute-Wunschzettel für´s Christkind kommt, dass Alexandra Thomas und ihr wunderbarer Mezzosopran dem EMA noch lange erhalten bleiben mögen.


Den orchestralen Teil des Abends leitet – den besonderen Umständen seiner Durchführung in St Michael und Kilian Homburg aus der Q1 sei´s gedankt – die Orgel mit Johann Sebastian Bachs „Kommst du nun Jesu, vom Himmel herunter“ aus den Schübler-Chorälen ein. Dann nimmt das Junior-Orchester Platz und Aufstellung und macht das Publikum und seine Dirigenten Michael Therre und Toni Schüller mit seinen Interpretationen von Edvard Griegs „Morgenstimmung“ und dem „Walzer“ Nr. 2 aus Dimitri Schostakowitschs „Suite für Jazzorchester“ glücklich. Mit warmen Applaus geht´s ins Finale, welches von den EMA-Sinfonikern unter Leitung von Andreas Herkenrath und Annette Dupré gestaltet wird. Den Anfang machen die Bläser mit 2 Menuetten aus W.A. Mozarts Bläserserenade in Es-Dur, danach folgt Antonin Dvoraks Serenade für Streicher, eingespielt und derart geführt von Annette Dupré, dass der Last-Minute-Wunschzettel für´s Christkind noch eine Ergänzung bekommt: Ich will Schokolade, die so schmeckt, wie das hier klingt – und eine Dvorak-CD. Geht das noch? Was in jedem Fall noch geht ist weiterhin gute Musik, respektive das erste „Allegro“ und das zweite „Largo“ aus Antonio Vivaldis „La Tempesta di Mare“ (mit Sonja Fricke aus der EF als Solistin an der Flöte), gefolgt von einem packendem Medley aus Alan Silvestris und Glenn Ballards Filmmusik zu „Polarexpress“, mit dem sich das EMA-Sinfonieorchester für den bewegenden Schlusspunkt des Programms warmspielt. „Schindlers Liste“ ist, so Orchester-Leiter Andreas Herkenrath, eine Geschichte, über deren Wahl als Bestandteil des Weihnachtskonzerts das Orchester länger diskutiert und sich dann – gerade auch in Anbetracht unserer immer unruhiger werdenden Zeit – bewusst für die (immerhin Oscar-prämierte) Musik von John Williams zu ihrer bewegenden Verfilmung entschieden hat. Die Interpretation dieses Themas zeigt dann die große Klasse des EMA-Sinfonieorchesters und seiner hier beteiligten Solisten (Ege Ateslioglu an der Violine, Rebekka Dietzel am Englischhorn und Annika Thiele an der Harfe): „Das war sehr voller, ausgereifter Klang“, so Andreas Herkenrath später, „man vergisst darüber schnell, dass es ein Schulorchester ist, welches zu so großer Musik imstande ist“. So endet das Programm dieses Weihnachtskonzerts mit vielen zufriedenen, gerührten und strahlenden Gesichtern, die erwartungsvoll nach einer Zugabe Ausschau halten und ihre Blicke vom Altarraum zur Orgelbühne wandern lassen, auf der sich der Chor zwischenzeitlich versammelt hat, um zu schauen, ob und von wo sie denn wohl kommen würde?


Und sie kommt. Und zwar – gleichsam im Dolby Stereo Surround – vom Orchester unten und dem Chor oben, Rücken an Rücken von Toni Schüller und Andreas Herkenrath dirigiert und in perfekter Harmonie zum mittlerweile traditionellen EMA-Weihnachtsschusslied „Hark the Herald Angels sing“ (F. Mendelssohn) geführt; und bei der letzten Strophe singen dann alle mit und applaudieren sodann, beseelt und beschenkt von denen, die – so Toni Schüller später – erleichtert darüber sind, gezeigt haben zu können, dass die Musik am EMA auch nach dem an fast jedem Schuljahresende erneut zu verkraftenden Abgang vieler starker Musiker immer noch und immer wieder einfach ganz stark klingt.


Dafür und an alle, die dazu und darüber hinaus zum Möglichmachen eines weiteren wunderbaren musikalisches Weihnachtseinstiegs und Jahresausklangs in den schönen Hallen von St Michael beigetragen haben, großen Dank und Glück und Segen für´s neue Jahr!

 

Jochen Stiewe

 

Weihnachtskonzert 2016 SCU Ansage

 

Die vorweihnachtliche Atmosphäre in St. Michael bot eigentlich den perfekten Rahmen für das Weihnachtskonzert. Musik-Koordinator Toni Schüller sprach bei der Begrüßung des Publikums einen herzlichen Dank an die Kirchengemeinde dafür aus, dass unsere Chöre und Ensembles in dem tollen Sakralbau mit seiner guten Akustik proben und aufführen durften!

 

Weihnachtskonzert 2016 5erChor Streicher

 

Alles aus einem Jahrgang: Chormusik mit instrumentaler Begleitung von unseren Fünftklässlerinnen und Fünftklässlern bildete den Einstieg ins Konzertprogramm.

 

Weihnachtskonzert 2016 LEH THO

 

Geleitet und begleitet wurde der 5er-Chor neben Toni Schüller von Annemie Lehmann (hier am Keyboard) und Alexandra Thomas (dahinter).

 

Weihnachtskonzert 2016 LEH 5erChor

 

Weihnachtskonzert 2016 THE 6er7erChor

 

Mit drei Weihnachtsliedern überzeugte der Chor aus Kindern der Klassen 6 bis 8 unter der Leitung von Michael Therre (am Keyboard vorn) - Beim nächsten Mal gerne mit mehr Raum im Programm!

 

Weihnachtskonzert 2016 EMAChor Titel

 

Eine starke Vorstellung vor würdiger Kulisse bot der große EMA-Chor unter der Leitung von Toni Schüller mit seinen drei Beiträgen, die den Abschluss des choralen ersten Konzertteils bildeten.

 

Weihnachtskonzert 2016 Joshua am Schlagzeug

 

Der EMA-Chor bot mit zwei Stücken aus der Latin Jazz Mass (siehe auch Foto zu Beginn des Artikels) einen ebenso coolen wie ergreifenden Einstieg in seinen Teil des Programms - hier im Rythmus gehalten von Joshua Knauber am Schlagzeug.

 

Weihnachtskonzert 2016 Blaeserensemble

 

Mit Auszügen aus W.A. Mozarts Serenade für Bläser eröffnete das Bläserensemble des EMA-Sinfonieorchesters den orchestralen Teil des Konzerts, in den nach der Umbaupause zunächst Kilian Homburg mit Orgelmusik von J.S. Bach übergeleitet hatte.

 

Weihnachtskonzert 2016 Sinfonieorchester DUP

 

Vor allem für den weichen wie vollen Streicherklang zeichnete Annette Dupré (vorn) verantwortlich, die das EMA-Orchester zusammen mit Andreas Herkenrath durch den Abend leitete.

 

Weihnachtskonzert 2016 Sinfonieorchester Streicher

 

Nach seinem Orgel-Solo nahm Kilian Homburg (in der Mitte vorn) seinen Platz am Cello ein.

 

Weihnachtskonzert 2016 Sinfonieorchester Seitenansicht

 

Später waren sich viele einig: Der Ausweichort St. Michael und die EMA-Sinfoniker harmonierten eigentlich prächtig - akustisch wie räumlich (auch wenn - oder vielleicht gerade weil? - es galt, sich räumlich an Altar und Krippe anzupassen).

 

 Weihnachtskonzert 2016 Sinfonieorchester Floete

 

Neben Vokalsolistin Alexandra Thomas bereicherten mehrere Instrumentalsolistinnen und -solisten mit ihrem Können - hier Sonja Fricke (EF) an der Flöte bei den zwei Sätzen aus A. Vivaldis "La Tempesta di Mare".

 

Weihnachtskonzert 2016 Sinfonieorchester Harfe

 

Ein Gastspiel bei John Williams Filmmusik zu "Schindlers Liste" gab Annika Thiele an der Harfe.

 

Weihnachtskonzert 2016 Sinfonieorchester EgeA Solo

 

An der ersten Geige solo im selben Stück: Ege Ateslioglu (Q2)

 

Weihnachtskonzert 2016 HER Ansage

 

Sichtlich stolz und nach dem Konzert sehr zufrieden zeigte sich Andreas Herkenrath als Leiter der EMA-Sinfoniker - hier bei der Einführung zu Themen aus "Schindlers Liste".

 

Weihnachtskonzert 2016 Schlusslied HER SCU

 

Am Ende wurde synchron und Rücken an Rücken dirigiert...

 

Weihnachtskonzert 2016 Chor und Orchester Titel3

 

...was sich schlicht aus der Notwendigeit ergab, Chor (vor´m Altar) und Orchester (oben auf der Orgelbühne) gemeinsam zum Schlusslied, "Hark the Herald Angels Sing", zu führen, ohne weitere lange Umbau- und Umstellpausen in Kauf nehmen zu müssen - das klappte aus dem Stand und hervorragend! Das Publikum dankte es mit herzhaftem Einstimmen in die für alle offene dritte Strophe und anschließend mit langen Standing Ovations.

 

Weihnachtskonzert 2016 SCU Blumen

 

Applaus, Blumen und sehr viel berechtigter Stolz - Erleichterte EMA-Musiker nach dem "Schlusspfiff".

 

 Weihnachtskonzert 2016 Sinfonieorchester Trompeten Titel2

 

Und mit diesem Musik-Foto des Jahres von ´Konzertfotografin' Rita Hillert verabschieden wir uns aus 2016!

Peace and out...

 

(Fotos: Rita Hillert)

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