Der Noah-Projektchor des Ernst-Moritz-Arndt Gymnasiums war in der letzten Oktoberwoche in Bonns Partnerstadt Oxford unterwegs, um dort an einem Partnerschaftsprojekt mitzuwirken: Benjamin Brittens Kinderoper "Noye´s Fludde".

 „Als wir auf dem Turm der University Church standen und über die ganze Stadt blicken konnten, entfuhr uns ein Wow!“, gibt Alisa Köster im Rückblick auf die Fahrt zu. Sie ist nicht die einzige, der solche Erinnerungen im Kopf geblieben sind. Mit ihr nahmen rund 30 weitere Schülerinnen und Schüler des Ernst-Moritz-Arndt Gymnasiums an der Chorfahrt nach Oxford teil. Anlass der Konzertreise war das „Oxford International Links Music Project“, zu dem alle zwei Jahre Musikgruppen aus einigen Partnerstädten der englischen Universitätsstadt eingeladen sind.

Wie Bonn hat Oxford den Ruf, eine typische Studentenstadt zu sein, doch nicht einfach nur irgendeine. „That city with her dreaming spires“ benannte der englische Dichter Matthew Arnold Oxford „Die Stadt der träumenden Türme“, und von denen gibt es nun mal unglaublich viele. Ohne Oxford gäbe es kein „Herr der Ringe“, kein „Alice im Wunderland“ und auch keine weltberühmte Buchreihe namens „Harry Potter“. Diese Besonderheit bleibt der Stadt. Auf Schritt und Tritt meint man, sich in den Filmen wiederzufinden. So schauten wir uns zum Beispiel den Speisesaal im Christ College an, der als Inspirationsquelle für jenen in Hogwarts diente. In Oxford pulsiert das College-Leben. All dies durfte unsere Schülergruppe aus Bonn erleben. Nicht zuletzt erfuhren wir, wie es ist, in der prächtigen Town Hall aufzutreten.

Beteiligt an dem Projekt waren Tänzer aus Perm, die extra aus Russland nach England einreisten, ein Orchester aus Leiden sowie Sänger aus Oxford. In Bonn hatten wir bereits Masken für die Tiere auf der Arche gebastelt, fleißig die Choräle und auch ein wenig unser Englisch geübt. Umso faszinierter und überraschter waren wir nach der ersten Probe. Alles verlief sehr schnell, drei Tage hatten wir Zeit, bis zur ersten Aufführung. Es überrollte uns. Menschen aus komplett verschiedenen Ländern, in denen unterschiedliche Sprachen gesprochen werden, kamen zusammen, um Musik zu machen. Und schnell verstanden wir, dass sie es war, die uns alle miteinander verband.

Der Stress der Proben verflog schnell wieder, der Kontakt zu den anderen Kindern und Jugendlichen hingegen wuchs. Donnerstag, nach Würstchen und Spiegelei, ging es früh los, denn es war ein Besuch in St. Gregory The Great Catholic School geplant. „Now we will sing a song for you about the freedom of thoughts“, so leitete Birgit Besser-Scholz unser Vorhaben ein. Richtig, einer der typischsten deutschen Volkssongs stand auf dem Programm: „Die Gedanken sind frei“. Ziel war es, über die Städtepartnerschaft zwischen Bonn und Oxford aufzuklären; ein kleines Stück deutscher Kultur dazulassen. So erzählten wir von Beethoven und aßen Haribo. „Die Engländer waren sehr freundlich und sympathisch.“, berichtet Neele.

Die Hoffnung besteht, dass sich aus so einer Begegnung tatsächlich ein Schüleraustausch entwickelt. Zwei tolle Aufführungen waren das Ergebnis, selbst die BBC ließ uns nicht ungehört davon kommen. So standen wir Rede und Gesang vor den Mikros des Oxford Radios. Auch Wochen später ist noch etwas hängengeblieben, das unsere Schulgemeinschaft und insbesondere den musischen Schwerpunkt am EMA stärkt.

Mit anderen Worten: „In ein anderes Land nicht nur als Tourist zu reisen", so Toni Schüller, "sondern vor Ort zusammen mit Einheimischen und diesmal sogar noch weiteren Nationen ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen, ist eine der wunderbarsten Erfahrungen, die man im Leben machen kann. Das haben wir alle vor Ort gespürt, an diese glückliche Erfahrung werden wir uns unser Leben lang erinnern“.

 

Rebecca Lewalter (Q1)

 

 Foto Oxfordreise EMA

 

EMA Noah Chor

 

Noyes Fludde

 

(Fotos: T. Schüller)

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