Wie kann Moneypenny den Lageplan von Fort Knox durch Goldfingers Boten an Bond schicken, ohne dass Goldfinger ihn bekommt? Kann es Q gelingen, Bond eine "Geheimsprache" beizubringen, während Dr. No zuhört, und ihm dann das Geheimversteck der CIA mitzuteilen, ohne das Dr. No es erfährt?

Diese und weitere Fragen galt es im Rahmen einer Exkursion der EF-Informatikkurse zum b-it (Bonn-Aachen International Center for Information Technology) von den insgesamt 59 Schülerinnen und Schülern sowie ihren Fachlehrern Thomas Bell, Josef Dahmen und Knut Leiß zu klären. Nach dem Umzug nun in unmittelbarer Nähe des EMAs gelegen, bot das neue Gebäude des b-it den möglichen Raum und die Ausstattung für eine umfassende Einführung in die Geheimnisse der Kryptographie. Dabei erläuterte Herr Dr. Michael Nüsken, tatkräftig unterstützt durch viele studentische Helferinnen und Helfer, zunächst die historische Entwicklung der Verschlüsselungstechnik. Angefangen von einfachen monoalphabetischen Verfahren (z.B. Ceasar-Verschlüsselung), über Verfahren des letzten Jahrhunderts, wie sie beispielsweise in der während des zweiten Weltkriegs verwendeten Enigma-Schlüsselmaschine eingesetzt und schließlich mithilfe der Turing-Maschine geknackt wurden, führte die Einführung bis hin zu modernen symmetrischen (Advanced Encryption Standard - AES) und asymmetrischen Verschlüsselungsverfahren (RSA, nach den Erfindern Rivest, Shamir & Adleman). Dabei wurde allen auch die Allgegenwärtigkeit von Verschlüsselungstechnik im Zahlungsverkehr, beim Einkauf im Internet, bei Handy-Telefonaten, Pay-TV etc. bewusst.

Schließlich galt es für die Schülerinnen und Schüler nun jedoch selbsttätig herauszufinden, wie James Bond "das Geheimnis Ihrer Majestät" bewahren kann. Dabei konnten sie ihre neuen Kenntnisse selbst am Computer umsetzen und ausprobieren, untereinander geheime Botschaften austauschen, ohne dass Dritte den Inhalt herausbekommen konnten und sich so ein umfassendes Bild der Funktionsweise einer modernen RSA-Verschlüsselung machen.

Im Abschlussvortrag zu aktuellen Aspekten der Kryptographie im Rahmen der digitalen Datenverarbeitung eines Mitarbeiters des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) konnten schließlich alle nochmal einen Einblick in heutige Probleme und Anwendungen der Kryptographie gewinnen. Auch anhand der zahlreichen Fragen an die Dozenten, ließen sich die Relevanz und das Interesse an der Thematik erkennen. Somit war die Schülerkrypto auch 2018 wieder eine gelungene Abwechslung zum Schulalltag, die nach Möglichkeit auch im nächsten Jahr für die EF-Kurse wieder auf dem Programm stehen soll.

(Dr. Thomas Bell)SKyGruppe

Foto: b-it

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Foto: T. Bell


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