bild1Samstag, 01. Februar 2014, 18 Uhr 55:
Lange Schlangen stehen vor dem EMA in der Dunkelheit und warten auf Einlass. Gibt es etwa wieder ein legendäres EMA-Konzert? Oder eine Theateraufführung? Oder vielleicht etwas gratis? Gummibärchen?
Wir nähern uns dem Grund des Andrangs, denn er hat tat-sächlich mit der Firma Haribo zu tun. Der Firmengründer, Dr. Hans Riegel, Bonn, machte nämlich nicht nur Kinder und Erwachsene froh, sondern hatte auch ein Herz für Abiturienten und Jungstudenten. So rief er zur Talentförderung in Schule und Hochschule die Stiftung „Dr. Hans Riegel-Fachpreise“ ins Leben, die besonders gute Facharbeiten aus den MINT-Fächern prämiert.


bild2Am Samstag veranstaltete die Stiftung, organisiert von der Firma Trio Medien, einen Science Slam, in dem sechs Gewinner des Fachpreises in zehnminütigen Vorträgen ihr Forschungsthema einem bunt gemischten Laienpublikum in lockerer und unterhalten-der Form nahebringen sollten. Die jungen Forscher, unter denen nur eine junge Studentin war, versuchten Antworten zu geben auf interessante Fragestellungen wie: „Warum klingt die Oboe wie eine Ente?“ oder „Kann man die Existenz des Exoplaneten Pegasi 51 nachweisen?“. Weitere Themen waren das Blockieren von Inhalten im Internet, Donald Duck und der Reichtum sowie die Wirkung von Musik auf das Gehirn.
bild3Das sind alles interessante Themen, oder etwa nicht? Doch muss noch ein Grund erwähnt werden, der mit zu dem großen Andrang führte: Moderieren sollte die Veranstaltung nämlich der bekannteste Werbeträger der Firma: Thomas Gottschalk. Nicht wenige Besucher gaben zu, vor allem seinetwegen gekommen zu sein. Sie wurden in dieser Hinsicht zwar etwas enttäuscht, da Herr Gottschalk auf Grund einer Grippeerkrankung nur eine zehnminütige Einführung übernehmen konnte. Doch immerhin war er gekommen! In den wenigen Minuten seiner Rede gelang es ihm, dass sogar Kritiker des Hypes um Quotenkönige nicht umhin kamen, ihm einige Anerkennung zu zollen. Auf witzige Weise nahm er nämlich nicht nur sich selbst, seine Bekanntheit und seine lockere, abundante Kommunikation auf die Schüppe, sondern ebenso die Tendenz des gemeinen Publikums, seine Zeit mit banalen, zweckfreien und abstoßenden Fernsehproduktionen zuzubringen. Stattdessen lobte er die Jungforscher sowie die Zuschauer, die sicher alle „mehr in der Birne“ hätten als er, für ihr Interesse an intellektuelleren und anspruchsvollen Dingen.
Moderiert wurde die Veranstaltung mit technischer Unterstützung von Schülern der Technik-AG des EMA unter Leitung von Herrn Kernchen von einem ehemaligen Preisträger der Stiftung. – Rita Hillert

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