Schlagwörter Gesellschaftswissenschaften


Schülerinnen und Schüler des EMA besuchen die Europakonferenz des Außenministers (Sept. 2012) und verfassen viele lesenswerte Berichte:

Bericht aus Berlin I

Bericht aus Berlin II

Bericht aus Berlin III

Die Berlinfahrt der SoWi-Kurse vom 16. bis zum 19. September 2012

Schwerpunkt: Tag 2 (Montag, 17. September 2012)

von Leonhard Weitz

 

Anlässlich einer Konferenz des Auswärtigen Amts mit dem Titel „Der Wert Europas“ machten sich am 16. September dieses Jahres 20 von uns Schülern, Frau Vianden und Herr Kühn auf den Weg nach Berlin. Unser Außenminister Dr. Guido Westerwelle, selbst ein ehemaliger EMAner, hatte Schülerinnen und Schüler unserer Schule zu besagter Veranstaltung eingeladen, was bei vielen SoWi-Schülern unseres Jahrgangs regen Anklang fand.

 

Die eigentliche Konferenz fand am 17. September statt und bestand im Kern aus fünf Podiumsdiskussionen, die sich mit verschiedenen Aspekten Europas auseinandersetzten. So wurde in prominent besetzten Runden über die Werte, aber auch die Währungsgemeinschaft, Wirtschaftsmacht und Zukunftsaussichten Europas diskutiert. Uns Schülern bot sich dabei am Ende mehrerer Diskussionen die Möglichkeit, unsere Fragen an die Redner zu stellen. Ein Höhepunkt dieses Tages war sicherlich auch ein kurzes persönliches Zusammentreffen mit Herrn Dr. Westerwelle und die informelle Fortführung der Diskussionen bei der „Europa-Lounge“ der Bertelsmann Stiftung an selbigem Abend.

 

Neben der Konferenz, gehörte zu unserer Berlin-Fahrt ein entsprechendes Rahmenprogramm. So haben wir die Gedenkstätte der Berliner Mauer, das Bildungszentrum des BStU (Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR) und den Reichstag besucht und dabei viel über die Vergangenheit Berlins erfahren. Ich werde im Folgenden die Ereignisse vom zweiten Tag der Berlin-Fahrt (17. September 2012) näher beschreiben.

 

Das Programm des genannten Tages begann um 10 Uhr vormittags mit einer Besichtigung im Auswärtigen Amt. Ein Mitarbeiter des Hauses führte uns durch das geschichtsträchtige Gebäude am Werderschen Markt, welches heute das Außenministerium beherbergt. Das Haus am Werderschen Markt befindet sich im Ostteil Berlins und wurde in den Jahren 1934 bis 1940 als Erweiterungsbau der Reichsbank errichtet und erfüllte seitdem verschiedenste Funktionen als Regierungsgebäude. Von 1959 bis 1990 beherbergte es das Zentralkomitee der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) und bildete dadurch das politische Machtzentrum der DDR.  Nach der Wende, wurde hier auch 1990 der Einigungsvertrag angenommen, der die Wiedervereinigung Deutschlands formal besiegelte. Von 1997 bis 1999 wurde schließlich ein Neubau errichtet, welcher seitdem, zusammen mit dem umgebauten Altbau, das Auswärtige Amt beherbergt. Im Zuge des Umbaus wurden alte Strukturen bewusst erhalten, aber auch neue Akzente gesetzt. Der Neubau orientierte sich stark an den Formen des Altbaus und sollte wieder zu einem zentralen Bezugsraum für den gesamten Stadtteil, den Werderschen Markt, werden.

 

Es war für mich persönlich faszinierend, dass die alten Tresortüren der Reichsbank immer noch im Untergeschoss des heutigen Gebäudes erhalten sind. Zudem durften wir einen kurzen Blick in den Weltsaal werfen, in dem am folgenden Tag die Europakonferenz stattfinden sollte. Auch der Raum, in dem der Außenminister seine Erklärungen gegenüber der Öffentlichkeit abgibt, war Teil der Führung. Zusammenfassend fand ich es spannend, so viel über die historische Bedeutung des Hauses am Werderschen Markt zu erfahren, die mir in diesem Ausmaße zuvor nicht wirklich bewusst war.

 

Ortswechsel. Am Nachmittag des selbigen Tages stand ein Treffen mit Christopher Paesen, einem Mitarbeiter des Bonner SPD-Bundestagsabgeordneten Ulrich Kelber, auf dem Programm. In einem Raum im Paul-Löbe-Haus, wo in den Sitzungswochen die Ausschüsse des Bundestags tagen, trafen wir auf Paesen, der bereits seit 2009 für Kelber tätig ist. In einem lockeren Gespräch schilderte er uns den Alltag in einer typischen Sitzungswoche im Bundestag. Hier konnten wir auch eigene Fragen stellen, die uns persönlich zum Politikgeschehen in der Hauptstadt interessierten. Ich fand es besonders spannend, die Sichtweise der SPD-Fraktion zu einem politischen Vorgang zu erfahren, der im Juni dieses Jahres für Aufsehen sorgte. Damals hatten nämlich die Abgeordneten der Opposition den Bundestag durch schlichtes Fernbleiben beschlussunfähig gemacht und so die Abstimmung über das Betreuungsgeld verhindert. Alles in allem, war es das knapp zweistündige Gespräch mit Christopher Paesen sehr aufschlussreich und erfrischend direkt.

 

Anschließend wurden wir von einer Mitarbeiterin des Bundestages durch einen unterirdischen Gang ins Reichstaggebäude geführt. Dort ging es mit dem Aufzug auf das Dach des Gebäudes, von wo aus wir den fantastischen Blick über Berlin in der Abendsonne genossen. Auch der Aufgang innerhalb der Glaskuppel durfte natürlich nicht fehlen und bildete den Abschluss des „offiziellen“ Programms dieses Tages. Abends, gab es dann noch für Interessierte Schüler die Möglichkeit, an einem gemeinsamen politischen Kabarettbesuch teilzunehmen.

 

Die Fahrt nach Berlin im Rahmen des SoWi-Unterrichts war zurückblickend ein absolutes Highlight meiner langjährigen Schulzeit am EMA. Uns Schülern wurde die Möglichkeit geboten, den Politikbetrieb in Berlin aus einem bisher ungewohnten Blickwinkel kennenzulernen. Die Europakonferenz des Auswärtigen Amts war dabei inhaltlich derart intensiv, dass sie mich dazu angeregt hat, mich zukünftig noch mehr mit dem Thema „Europa“ zu befassen. Das Begleit-Programm hat mir zudem viele Hintergründe zur Geschichte Berlins verdeutlicht. Letztlich hat die Berlin-Fahrt auch zu einer festeren Bindung unter uns Schülern beigetragen. Es wurden neue Freundschaften geknüpft, und bestehende Freundschaften wurden intensiviert. Alles in allem, war die Berlin-Fahrt eine eindrucksvolle Erfahrung, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.


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