Stufe Q1

  • SchulBrücke Weimar 2016

    SB Weimar 2016 Bild2Wir schreiben das Jahr 1794. Goethe, Schiller, Herder, Wieland und Co. treffen sich in Weimar im wunderschönen Park an der Ilm, trinken, essen, ‚chillen‘ und diskutieren über alles Mögliche. Zentrale Fragen stehen im Raum wie „Wie gestalten wir die Welt?“, „Was ist der Mensch und seine Bestimmung?“, „Humanität? - Was ist das eigentlich?“.


    Nun schreiben wir das Jahr 2016. Schüler aus acht Schulen aus sieben verschiedenen Städten und Ländern (Leipzig, Bonn, Bozen, Paris, Warschau, Hummenne und Presov) treffen sich in Weimar im wunderschönen Park an der Ilm, trinken, essen, ‚chillen‘ und diskutieren über alles Mögliche. Zentrale Fragen stehen im Raum wie „Wie gestalten wir die Welt?“, „Was ist der Mensch und seine Bestimmung?“, „Humanität? - Was ist das eigentlich?“.


    ...So in etwa kann man erstens die Weimarer Klassik und zweitens die SchulBrücke Weimar zusammenfassen. Die Parallelen sind unschwer zu erkennen. Denn im Rahmen der SchulBrücke galt es nicht nur, die europäische Zusammenarbeit zu stärken, sondern vor allem in Weimar die Aktualität der Weimarer Klassik zu spüren und sie praktisch noch einmal zu erleben. So stand in diesem Jahr das Thema „Humanität – zwischen Ideal und Wirklichkeit. Zukunftschancen einer alten Idee“ im Vordergrund – ein Thema, das heute aktueller denn je ist. Wie kann es sein, dass Millionen Menschen vor Krieg fliehen müssen, während andere Länder Zäune bauen? Warum gibt es so viel Krieg und Terror? In einer Zeit voller Krisen merkt man, wie aktuell die Frage bzw. Suche nach Humanität ist, die in der Weimarer Klassik zentral war. Neben der Aktualität der Thematiken der Klassiker ist die Aktualität ihrer Aktivitäten bemerkenswert. Denn Goethe, Schiller, Herder und Co. taten im Grunde nichts anderes als miteinander zu ‚chillen‘. Die Weimarer Klassik lässt sich als einen Kommunikationsprozess beschreiben. Doch wer glaubt, dass es bei den Klassikern immer nur friedlich und harmonisch zuging, irrt sich. Auf Vorlesungen folgten Gegenvorlesung worauf wiederum hitzige Diskussionen folgten. Es war ein Hauen und Stechen in Weimar. Doch dabei kamen die besten Ergebnisse zustande. Man kann sich das ganze wie einen Diamanten vorstellen, der erst durch Reibung zu glänzen beginnt. Auch wir diskutierten Themen rund um die Humanität, lasen Texte von Goethe, Fichte, Herder, Kant und Co. und konnten selbst kreativ werden. Unserer Kreativität freien Lauf ließen wir am Zeitstrahl und bei der Inszenierung szenischer Spiele. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen! Beim Zeitstrahl war die Vielfalt der Ergebnisse groß. Von Chatverläufen zwischen Herder und Humboldt, zu Märchen bis hin zu Briefen von der Humanität – Alles war dabei. Auch bei den szenischen Spielen kamen wir in den Genuss hitziger Diskussionen im Rahmen einer Talkshow mit Gästen wie Karl Marx, eindrucksvoller Theaterstücke und musikalisch inszenierter Gedichte.


    Doch neben der inhaltlichen Arbeit hatten wir auch viel Zeit, die Gruppe und die Stadt Weimar kennenzulernen. So ließen wir den ersten Abend mit Kennlernspielen und anschließender Freizeit ausklingen. Den ersten Tag nutzten wir, um das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald zu besuchen. Von Humanität war dort keine Spur, doch es war auf jeden Fall eine zum Nachdenken anregende Erfahrung. Um das Gesehene zu verarbeiten, folgte darauf ein Spaziergang mit einer anschließenden Gesprächsrunde, bei der wir die Gelegenheit hatten, Fragen und Gedanken zu äußern und uns auszutauschen. Bei einer Stadtrallye am nächsten Tag erkundeten wir in buntgemischten Kleingruppen einzelne Sehenswürdigkeiten und stellten sie uns in einer zweiten Runde im Rahmen einer Stadtführung gegenseitig vor. Noch besser kennenlernen konnten wir uns dann am Abend beim internationalen Buffet und der Präsentationen der Schulen und Heimatorte. Am darauffolgenden Tag präsentierten die einzelnen Städte die im Vorfeld erarbeiteten szenischen Spiele zur Frage „Was ist der Mensch?“ - Eine wirklich interessante Vorstellung. Jede Gruppe hat sich intensiv vorbereitet und hat in ihrem kleinen Theaterstück überaus interessante Aspekte aufgegriffen, sodass man in jedem Stück etwas Neues lernte. Anschließend hörten wir eine sehr interessante Vorlesung von unserem Dozenten Frithjof Reinhardt zur Humanität und der Weimarer Klassik. Außerdem hatten wir die Gelegenheit, die Anna-Amalia-Bibliothek zu besuchen. Das Gebäude, das zum Unesco-Weltkulturerbe gehört und sich vor allem durch den wunderschönen Rokoko-Saal auszeichnet, geriet 2004 in Brand. Umso größer war der Schock, als bei unserem Besuch plötzlich ein Feueralarm ausgelöst wurde, wir das Haus verlassen mussten und im Gegenzug drei Feuerwehrwagen kamen. Zum Glück handelte es sich bloß um einen Probealarm…


    Außerdem konnten wir viel Zeit mit unseren neuen Freunden verbringen und spazierten durch Weimar, genossen die ein oder andere Kugel Eis oder ‚chillten‘ einfach in der EJBW oder im Park, wie es die Klassiker taten. Es war eine wunderschöne, bereichernde Woche, die sehr schnell rum ging. Nach Hause wollte niemand gerne, denn es sind viele tolle neue Freundschaften entstanden und wir haben viele tolle Momente erlebt. Doch so machten wir uns am Samstagmorgen auf den Weg zurück nach Bonn und spätestens im Zug freute man sich doch schon ein wenig auf das Zuhause. Nach einem Umstieg in Frankfurt hätten wir es dann auch geschafft, dachten wir… Doch angekommen in Frankfurt war die Verwirrung groß, als unser Zug nicht da war, zumal die Umsteigezeit ohnehin schon sehr knapp war. Es stellte sich heraus, dass er aufgrund von Bauarbeiten ausgefallen war und somit mussten wir einen Umweg über Köln einschlagen. In Köln angekommen kam schon die nächste Verwirrung auf. Wir wurden herzlich von einer Horde Polizisten und Hooligans empfangen und zu unserer Begeisterung war auch hier der Zug nicht da, wo er sein sollte. Aber auch hier fanden wir ihn und konnten erleichtert nach Bonn heimfahren.


    Letztendlich war es (auch dank der Betreuung und Organisation durch unsere Lehrerinnen, Frau Barz und Frau Krämer) wirklich eine bereichernde, wunderschöne Woche, mit tollen neuen Erfahrungen und neuen Freundschaften. Eine Woche, die wir so schnell nicht vergessen werden!

     

    Huayin Han, Q1

     

     

    SB Weimar 2016 Bild1

     

    Präsentation der Arbeitsergebnisse am Zeitstrahl

     

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    Volleyball zum Ausspannen in der EJBW

     

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    Unsere Bonner Gruppe beim internationalen Buffet

     

    (Fotos: Huayin Han)

  • Exkursion des Q1-Informatik LK zu den Ford-Werken in Köln

    Ford LogoAm 15. Juni fand die Exkursion des Informatik LK von Herrn Reichelt zu den Ford-Werken statt. Zunächst mussten wir uns am Eingang der Werke Besucherausweise für den Tag besorgen. Mit diesen hatten wir Zugang zum Fortbildungsbereich. Dort verbrachten wir den Tag.


    Am Anfang haben wir einen Vortrag über den Aufbau der Ford-Werke gehört. Die Ford-Werke sind in viele verschiedene Bereiche aufgeteilt. Einen extra Bereich für IT gibt es nicht. Jeder Bereich hat eine eigene IT-Abteilung, die für ihn arbeitet. In diesen verschiedenen Bereichen gibt es Projektmanager die Aufträge an die Programmierer vergeben. Doch diese sind keine IT-Fachkräfte und können ihre Aufträge nicht so effektiv übermitteln. Dafür gibt es so genannte Business Analysten, welche ausschließlich die Aufgabe haben, zwischen dem Projektleiter bzw. den internen Kunden und den Programmierern zu vermitteln. Dieser Teil ist sehr schwierig, da man auf zwei Gruppen angewiesen ist, die unterschiedlich denken und unterschiedliche Ziele haben.


    Die Programmierer sind in drei Gruppen unterteilt. Es gibt die Business IT, das Application Development and Maintenance und die IT Operations. Zwischen diesen Gruppen kann man einfach wechseln, damit die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei Ford Abwechslung in ihrem Beruf haben. Außerdem wurde uns während des Vortrags erzählt, dass ein Großteil der IT nicht an Computern statt findet. Weiterhin haben uns die Vortragenden darüber informiert was für Fertigkeiten man braucht. Neben den IT Kenntnissen ist soziale Interaktion sehr wichtig, da viele Menschen mit unterschiedliche Zielen und Kenntnissen in einem Bereich und dem Unternehmen zusammen arbeiten.


    Dann haben wir eine kleine Simulation zu den Aufgaben der Business-Analytiker durchgeführt. Zunächst wurden wir in zwei Gruppen unterteilt. In diesen Gruppen gab es dann einen Business-Analytiker, mehrere Projektleiter aus dem Fachbereich und mehrere Programmierer. Der Fachbereich bekam einen Bauplan, auf dem eine Figur aus Lego zu sehen war. Die Programmierer hatten verschiedene Legosteine. Nun hatte der Business-Analytiker die Aufgabe, sich die Figur von den Projektleitern beschreiben zu lassen. Er durfte den Bauplan nicht sehen. Dann musste er zu den Programmierern gehen und diese Beschreibung übermitteln, so dass die Programmierer die Figur bauen können. Auch wenn diese Aufgabe sehr einfach klingt, war sie das nicht. Keine Gruppe hatte auf Anhieb alles richtig. Meist wurden Angaben wie z.B. die Winkel, in denen die Steine zu einander stehen, nicht richtig vermittelt. Nachdem wir diese Simulation zweimal durchgeführt hatten, machten wir eine Mittagspause.


    Im zweiten Teil beschäftigten wir uns mit der Softwareentwicklung. Zuerst erklärten uns zwei Softwareentwickler, wie komplex die Softwareentwicklung ist. Die Implementierung beginnt erst nach Planung und Analyse der technischen Umsetzung der Software. Doch jetzt muss diese erst noch ausreichend getestet werden, bevor sie fertig ist. Die Softwareentwicklung geschieht in Gruppenarbeit und ist sehr kundennah. Die Entwicklergruppe arbeitet gemeinsam in zweiwöchigen Phasen bestimmte Punkte der Software ab.


    Nun wurde uns ein Video über den Traumberuf Programmierer gezeigt, in dem Ford-Mitarbeiter über ihren Beruf sprachen. Nach dieser Einführung sollten wir nun selbst ein Projekt umsetzen. Unsere Aufgabe war es, eine Website mit HTML zu erstellen, die ein Navigationsgerät simulieren sollte. Auf dieser Seite hatte der Benutzer verschiedene Möglichkeiten, wie zu Beispiel die Auswahl seines Transportmittels oder die Ortung seines Standortes. Zusätzlich sollten wir auch noch JavaScript verwenden. Dies stellte ein kleines Problem für unseren Kurs dar. Doch mit der Hilfe der Programmierer und Google (wir sollten sogar googeln!) schafften wir es, das Projekt zu bearbeiten.
    Am Schluss wurde uns noch das duale Studium bei Fordvorgestellt, aber dann war unser Ausflug zu den Ford-Werken zu Ende.

     

    Robert Bitterling (Q1)

     

    (Foto: J. Stiewe)

  • Shakespeare erleben

    Shakespeare erleben Bild1Am Mittwoch, dem 22. Juni 2016, hatte der Englisch Leistungskurs der Q1 von Frau Dr. van Melis-Spielkamp das Vergnügen, an einem Workshop im Rahmen des Shakespeare Festivals, veranstaltet durch das Shakespeare Globe Zentrum in Neuss, teilzunehmen. Durch Spiele und Übungen brachte die Leiterin Frau Dr. Vanessa Schormann innerhalb von drei Stunden den Schülern und Lehrkräften Frau van Melis-Spielkamp und Herrn Martinius die Werke des bekannten englischen Autors und Schauspielers nahe.


    Zunächst klärte Frau Dr. Schormann die Schüler über Shakespears Leben und das elisabethanische Zeitalter auf und veranschaulichte diese Informationen mit Bildern. In dieser Zeit wurden die öffentlichen Theaterstücke vom Marktplatz in geschlossene Theater umgesiedelt, um den Schauspielern ein gewisses Einkommen zu ermöglichen. Diese Theater waren rund und die Bühne wurde von drei Seiten bespielt. Im Londoner Globe Theatre konnten sich regelmäßig etwa 3.000 Menschen Shakespeares Stücke anschauen. Die Zuschauer verteilten sich auf die günstigen Stehplätze vor der Bühne und die Ränge für die gehobenen Schichten. Da sich zu dieser Zeit viele Krankheiten verbreiteten, Wasser aber schmutzig war, wuschen sich die Leute nicht und trugen ihre Kleidung über mehrere Wochen. Durch das Essen und Trinken von Bier im Theater in Kombination mit den riechenden Zuschauern kann man Theater von damals kaum mit dem von heute vergleichen. Die Schauspieler waren ebenfalls nicht ausgebildet, sondern erhielten ihren Text in Form einer Papierrolle erst kurz vor dem Auftritt, woher auch der Ausdruck „eine Rolle zugeteilt bekommen“ stammt.


    Nach der Einführung wurden ein paar Spiele zum Aufwachen und zur Konzentration gespielt, welche nebenbei die Schüler und Lehrer als Team stärkten. Sie sollten Aufgaben lösen, wie sich beispielsweise innerhalb von zehn Sekunden der Größe oder der Helligkeit ihrer Kleidung nach zu ordnen.


    In der Pause hatten die Schüler das Glück, sich das echte Neusser Globe Theatre auch von innen anzuschauen. Der Regisseur des am Abend auftretenden Ensembles besprach mit dem Bühnentechniker die Einstellungen, während Frau Dr. Schormann ein wenig über das Gebäude und die Ausstattung sprach.


    Nach der Pause beschäftigte sich die Gruppe dann mit Shakespeares Werken. Shakespeare erfand während seines Lebens rund 7.000 Neologismen, so dass die Sprache für die damaligen Zuschauer ähnlich schwer verständlich war wie für uns heute, damals allerdings auf Grund ihrer Modernität. Besonders häufig verwendete Shakespeare Beleidigungen oder sexuell geprägte Ausdrücke. So teilte Frau Dr. Schormann Zettel mit diesen Begriff an die Schüler und Lehrer aus und forderte sie auf, sich gegenseitig mit diesen Ausdrücken zu beleidigen, auch ohne die Ausdrücke zu verstehen. Dadurch wurde besonders den Schülern die Sprache Shakespeares näher gebracht. Nach mehreren verschiedenen Übungen wurde der Zettel mit den Begriffen durch einen für jeden Schüler individuellen Satz, aus einer zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten Szene, ersetzt. Diesen sollten sich die Einzelnen durch wiederholtes Aufsagen merken. Anschließend wurden die Sätze zusammengefügt, wodurch sich eine Szene aus Romeo und Julia ergab. Diese Szene wurde schlussendlich auf einer improvisierten Bühne von den Schülern und Lehrern als Standbild dargestellt.


    Durch diese Exkursion kamen die Schüler dem im nächsten Schuljahr zu behandelnden Stoff näher, erfuhren Tipps zum Lesen von Shakespeares Werken und konnten spüren, dass die Texte von vor 400 Jahren immer noch auf die heutige Zeit übertragbar sind.

     

    Lola Grote, Q1

     

    Shakespeare erleben Bild2

     (Fotos: L. Grote)

  • "Ihr sollt die Wahrheit erben" - Ergreifendes Zeitzeugin-Gespräch mit Anita Lasker-Wallfisch in der EMA-Aula am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

    Lasker Buchcover downsized„Ihr sollt die Wahrheit erben“ - so heißt die Biographie der mittlerweile über 90-jährigen Anita Lasker-Wallfisch, einer deutsch-britischen Cellistin jüdischer Herkunft und einer der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters des Konzentrationslagers Auschwitz. Damit die Wahrheit über die Gräueltaten des NS-Regimes nicht in Vergessenheit gerät, besuchte Frau Lasker-Wallfisch auf Einladung der Fachschaft Sozialwissenschaften in Kooperation mit der Bonner Buchhandlung Böttger am 27.01.2016 das EMA. An diesem Tag, gleichzeitig auch Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus‘, erzählte sie den Schülern der Oberstufe von ihrer Lebensgeschichte und ihren Erlebnissen in der NS-Diktatur.

    Frau Lasker-Wallfisch berichtete von der Deportation ihrer Eltern 1942, als sie gerade einmal 16 Jahre alt war, von der Zeit, in der sie mit ihrer Schwester Renate in einer Papierfabrik arbeiten musste, von ihrer Inhaftierung nach einem Fluchtversuch mit gefälschten Dokumenten sowie ihrer anschließenden Deportation in das Konzentrationslager Auschwitz.

    Dass sie das NS-Regime überhaupt überlebte, verdankt Frau Lasker-Wallfisch der Tatsache, dass sie Cello spielen konnte. Bei ihrer Ankunft in Auschwitz erwähnte sie dies mehr oder weniger beiläufig, woraufhin die Lagerinsassin, die ihr den Kopf schor und ihr die Häftlingsnummer eintätowierte, voller Begeisterung sagte: „Das ist ja wundervoll! Du wirst gerettet werden!“ Fortan spielte sie Cello im Häftlingsorchester und genoss dadurch einige Privilegien. Auch ihrer Schwester Renate blieb so der Tod erspart.

    Im November 1944 wurden beide Schwestern nach Bergen-Belsen gebracht, wo die Zustände noch schlechter waren als in Auschwitz. Doch auch diese Zeit überlebten die Schwestern und wurden am 15. April 1945 durch britische Truppen befreit. Frau Lasker-Wallfisch wanderte nach England aus und wurde dort erfolgreiche Cellistin im English Chamber Orchestra, das sie mitbegründete.

    Eigentlich nahm sie sich vor, nie wieder einen Fuß auf deutschen Boden zu setzen, bis sie eines Tages erkannte, dass sie einen immensen Beitrag leisten könne, um solche Schrecken in der Zukunft zu verhindern. So traf sie die Entscheidung, Vortragsreisen zu unternehmen und Schulen zu besuchen, um über die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten und ihr Leben zu erzählen - aus meiner Sicht eine Entscheidung, die für alle Oberstufenschüler des EMA eine unglaubliche Chance war, mit einer Zeitzeugin zu sprechen und aus erster Hand über diesen Abschnitt der Geschichte zu lernen.

    Im zweiten Teil der Veranstaltung konnten Schüler der Zeitzeugin Fragen stellen. Neben weiteren Fragen zu ihrem Leben und der Art und Weise, wie sie mit dem Leid, das sie erfahren hat, umgegangen ist, wurde auch eine Brücke zur aktuellen politischen Lage geschlagen. „Niemand ist mit einem Etikett wie Übermensch oder Untermensch auf die Welt gekommen. Die Etiketten haben wir erfunden.“

    Während der gesamten Veranstaltung gelang es Frau Lasker-Wallfisch eine deutlich spürbare Spannung in der Aula zu erzeugen. Gebannt folgte das Publikum ihren Erzählungen. Abgesehen von der ruhigen, aber dennoch fesselnden Stimme der Zeitzeugin und einem gelegentlichen Husten war es in der Aula vollkommen still. Frau Lasker-Wallfisch beeindruckte nicht nur durch ihre Lebensgeschichte, sondern auch durch ihre starke Persönlichkeit, ihr Selbstbewusstsein und die Aura, die sie ausstrahlte.

    Wie relevant die Kenntnis des düsteren Teils der deutschen Geschichte auch für die Gegenwart ist, betonte Frau Lasker-Wallfisch öfters. Eine Botschaft lag ihr besonders am Herzen: Sie erklärte den Schülern, dass es eine Unmöglichkeit sei, sich das Leid der verfolgten und unterdrückten Menschen zu Zeiten der NS-Diktatur vorzustellen. „Es ist aber auch nicht wichtig. Wichtig ist das Heute. Sprecht erst miteinander, bevor ihr einander tötet.“

     

    Felina Lottner (Q2)

     

     

    Lasker EMA 2016 Begruessung

    Stellvertretender Schulleiter Ulrich Breuker begrüßt Anita Lasker-Wallfisch in der voll besetzten EMA-Aula. Neben der gesamten Oberstufe waren auch zahlreiche interessierte Eltern und ehemalige Kolleginnen und Kollegen des EMA erschienen.

     

    Lasker Kernchen Musik

     

    Musikalisch eingestimmt und begleitet wurde Frau Lasker-Wallfischs Lesung von unseren Schülern Johannes Zipfel (Cello) und  Jan Taro Löhken (Flügel), die Igor Stravinskys "Suite Italienne" darboten.

     

    Lasker Kernchen Signieren

     

     

     Lasker Kernchen Lasker Titel

     

    Anita Lasker-Wallfisch (* 1925) las aus zunächst aus ihrem Buch "Ihr sollt die Wahrheit erben. Die Cellistin von Auschwitz. Erinnerungen", bevor sie mit dem Publikum ins Gespräch kam. Die abschließende Möglichkeit zur Signierung ihres Buches durch die Autorin selbst nahmen zahlreiche Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung wahr.

     

    (Abbildung d. Buchcovers von "Ihr sollt die Wahrheit erben" mit freundlicher Genehmigung des Rohwolt-Verlags)

    (Erstes Foto: J. Stiewe, übrige Fotos: Reinhard Kernchen)

     

    Eine Kopie des Printartikels im Bonner Generalanzeiger, vom 28.01.2016 finden Sie hier. 

     

    Stellvertretend für die Fachschaft Sozialwissenschaften sei an dieser Stelle Timo Wilhelm für seine Organisation, sowie dem Verein der Freunde und Ehemaligen des Ernst-Moritz-Arndt Gymnasiums e.V.  für die freundliche Unterstützung dieser Veranstaltung herzlich gedankt!

     

     

     

  • "Hackedicht" am EMA

    Am 23. und 24.11.2015 gastierte die „Hackedicht-Schultour“ der Knappschaft und des Deutschen Kinderschutzbundes am EMA. Dabei handelt es sich um ein bundesweites, von der Bundesregierung gefördertes Präventionsprojekt für weiterführende Schulen mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche nachhaltig auf die Gefahren und Risiken von Alkoholmissbrauch und Drogenkonsum aufmerksam zu machen.

    Die Auftaktveranstaltung bildete das unterhaltsame Bühnenprogramm „Hackedicht oder was?“ mit dem bekannten Schauspieler und Comedian Eisi Gulp, an dem alle Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 bis Jahrgangsstufe Q2 und deren Fachlehrer teilnahmen. Weniger mit erhobenem Zeigefinger als mit hochgezogenen Mundwinkeln und tiefsinnigen kabarettistischen Einlagen regte Eisi Gulp dabei nicht nur zum Lachen, sondern auch zum kritischen Nachdenken und Diskutieren über das Thema Drogenmissbrauch bei Jugendlichen an.

    Um eine nachhaltigen Wirkung des Programms sicherzustellen, nahmen am Nachmittag zwanzig Lehrerinnen und Lehrer des EMA an einer Fortbildung über interaktive Methoden zur Suchtprävention in der Schule und zur gezielten Nacharbeit mit jungen Menschen zum Kabarettprogramm von Eisi Gulp teil. Diese Fortbildung wurde von einem geschulten pädagogischen Expertenteam des Suchthilfevereins Condrobs e.V. geleitet.

    Am Abend erhielten schließlich auch noch interessierte Eltern die Möglichkeit zur Diskussion mit den Veranstaltern über diesen innovativen suchtpräventiven Ansatz. Erfreulicherweise nahmen zahlreiche Eltern diese Einladung zum Erfahrungsaustausch wahr.

    Einen weiteren Höhepunkt der Hackedicht-Schultour bildeten sicherlich die lebendigen Workshops mit den achten Klassen am Folgetag und die angeregte Evaluationsrunde mit allen interessierten Beteiligten zum Abschluss des Projektes.

    Schon jetzt zeigen zahlreiche engagierte Rückmeldungen von Schülern, Lehrern und Eltern, wie stark das Hackedicht-Projekt die persönliche Auseinandersetzung mit/und den Austausch über Formen von Suchtmittelmissbrauch und Suchtprävention am EMA beflügelt hat.

    Sachliche Informationen über Suchtmittel sind sicherlich eine wichtiger Bestandteil von Prävention, wertvoller noch erscheint jedoch vielfach die Auseinandersetzung mit sich selbst, der eigenen Meinung, den eigenen Erfahrungen und dem eigenen Verhalten. Dazu hat die Hackedicht-Schultour am EMA mit Sicherheit einen wesentlichen Beitrag geleistet, auf dem wir in Zukunft mit weiteren suchtpräventiven Projekten aufbauen wollen, um unsere Jugendlichen nachhaltig zum kritischen Nachdenken über Suchtmittel anzuregen und um sie stark zu machen, zum Drogenmissbrauch „Nein“ zu sagen.  

     

    Birgit Besser-Scholz

    (Beauftragte für Suchtprävention am EMA & Dipl.Psych.)

     

     Hackedicht EisiGulp Hackedicht

     

     Der Münchner Schauspieler und Kabarettist Eisi Gulp gibt sich hackedicht. Mit einem zweistündigen, Programm mimt er die extremen Seiten des "Volks-" oder "szenigen" Drogenkonsums.

     

    Hackedicht Voll Toll

     

     Gulps Figuren waren mindestens verstörend. Aber wer hackedicht ist, verstört auch. Mindestens.

     Hackedicht Technik

     

    Für die Schüler der EMA-Technik AG war die Zusammenarbeit mit Gulp sicherlich eine Herausforderung. Sicher gemeistert haben sie sie auch.

     

    Hackedicht Orga

     

    Machten das das Schulrojekt "Hackedicht" am EMA möglich (von links): Jana Liebert (Deutscher Kinderschutzbund), Susanne Heinrich (Knappschaft), Eisi Gulp, Schulleiter Thomas Harth und Birgit Besser-Scholz (EMA-Beauftragte für Suchtprävention)

     

    Hackedicht Publikum

     

     "Hackedicht" richtete sich an alle Schülerinnen und Schüler der Stufen 8 bis Q2. Dementsprechend war die Aula voll.

     

    Hackedicht Undjetzalle Titelbild

     

    Neben den EMA-Tontechnikern halfen viele Schülerinnen und Schüler aus der SV und zwei Lerngruppen von Birgit Besser-Scholz bei der organisatorischen Umsetzung der Großveranstaltung in der Aula. 

     

    (Fotos: R. Hillert)

     

  • Berufsinformationsveranstaltung in den LKs der Q1

    Am 1. Oktober 2015 fand die erste Veranstaltung zur Studien- und Berufsinformation der Q1 statt. Frau Gurba von der Bundesagentur für Arbeit informierte dabei wie jedes Jahr über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten, Fächerwahl und Zulassungsbeschränkungen, über Einschreibung und Fristen an Universitäten, über hilfreiche Links und Beratungsmöglichkeiten, über ein Studium im Ausland und vieles mehr. An diesem ersten Termin nahmen ca. 40 Schüler und Schülerinnen der MINT-LKs teil – wobei die Anzahl der Schüler auffällig überwog.

     

    Nach den Herbstferien folgen am 21. und 23. Oktober zwei weitere Termine für die anderen LKs sowie am 21. Oktober der erste individuelle Sprechtermin. Wir wünschen allen, dass sie durch diese Veranstaltungen konkretere Vorstellungen über ihren weiteren Ausbildungsweg entwickeln. Vielen Dank an Frau Gurba!

     

     

    Rita Hillert

     

     

     

    Berufsinfo LKQ1 2015 thumbsUP

     

     

    Offensichtlich gut beraten fühlten sich die LK-Schülerinnen und Schüler von Andrea Gurba, von der Bundesagentur für Arbeit.

     

     

    Berufsinfo LKQ1 2015

     

     

    (Fotos: R. Hillert)

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