Genaue Erläuterungen zum EF-Praktikum werden allen EF'lern am Schülersprechtag live vorgestellt und anschließend per Mail zugesandt.

Vorgaben zum Bericht, der im Sommer 2016 angefertigt wird, werden ebenfalls gemailt und im Unterricht besprochen.

Hier zwei Beispiele von 2014 und 2015:

Bericht 1

Bericht 2

Praktikumsbericht 2007

Von Christina Philipzen (Stufe 11)

1. Warum Praktikum?

Ich denke, das Praktikum in der Oberstufe ist ein elementarer Bestandteil der ganz persönlichen Berufsfindung. Zwei Wochen sind sicherlich zu kurz, um in den Arbeitsrhythmus zu kommen und richtig in die Aufgaben eingebunden zu werden, aber es ist eine gute Gelegenheit, den „Traumberuf“ einmal in der Praxis zu erleben.

Aber auch Praktikanten, die nicht in einem Metier hospitieren, in dem sie auch später arbeiten wollen (evtl., weil sie keinen anderen Platz gefunden haben), lernen meiner Meinung nach etwas dazu. Es braucht nämlich auch Mut und Stärke, sich in einem fremdem Betrieb einzubringen und zu behaupten. Mir persönlich ist das nicht immer leicht gefallen und deswegen denke ich, dass man auch diesbezüglich etwas aus der Praktikumszeit gewinnt.

Ich habe mich für ein Praktikum als Redakteurin einer Zeitung entschieden, weil mich der Beruf der Journalistin sehr interessiert und ich mir einen Beruf in den Medien, speziell im Zeitungswesen, gut vorstellen kann. Ich musste schnell feststellen, dass es fast unmöglich ist, ein Schülerpraktikum bei einer Zeitung zu absolvieren, da sich zu Anfang niemand bereit erklärte mich für zwei Wochen aufzunehmen mit der Begründung, dass dies nur für Studenten oder für längere Praktika möglich sei. Durch Beziehungen bekam ich dann letztendlich doch die Chance bei KölnSport, einem Sport- und Freizeitmagazin, zu arbeiten.

Ursprünglich wollte ich zwar zu einer Tageszeitung (KölnSport erscheint zehnmal im Jahr), aber die verhältnismäßig kleine Redaktion erwies sich im Endeffekt doch als günstiger für mich.

2. Erwartungen

Ich habe mir von dem Praktikum Klarheit über mein Berufsziel, aber auch neue Erfahrungen erhofft. Ich wollte den Alltag eines Journalisten erleben und mir von meinen „Kollegen“ das eine oder andere abgucken und dazulernen. Ein Wunsch von mir war es etwas zu schreiben, was dann tatsächlich in der nächsten Ausgabe erscheinen würde.

Zugegeben habe ich mir meine Zeit bei KölnSport ein bisschen zu abenteuerlich vorgestellt. In meinen Gedanken sah ich mich mit den Redakteuren täglich von einem anderen sportlichen Event zum anderen fahren und in Bezug auf die Redaktion kamen mir Bilder von gigantischen Großraumbüros in den Sinn, unterlegt mit der typischen Geräuschkulisse, wie ich sie aus Filmszenen in Redaktionen kenne. Tatsächlich sah das Ganze ein wenig anders aus.

3. Praktikumsverlauf

Meine Zeit bei KölnSport begann recht ereignislos. Grund dafür war der außerordentlich schlechte Zeitpunkt, da die neue Zeitung am Ende der Woche erscheinen sollte. Der Inhalt war also schon fertig gestellt, es ging nur noch um das Layout und Korrekturen. Die Räume waren kleiner, als ich es erwartet hatte. Es arbeiteten immer zwei bis drei Grafiker und maximal vier Redakteure. Das Arbeitsklima war recht kühl, deshalb war ich am ersten Tag zu schüchtern, um mich bei meinem Chef, der wegen der Fertigstellung sehr gestresst war und mir keine Beschäftigung gab, bemerkbar zu machen. Das hatte zur Folge, dass ich meinen ersten Arbeitstag etwas demotiviert vor dem Computer verbrachte. Die Zeit habe ich dann dazu genutzt, um mich im Internet über Studiengänge zu informieren.

Mein Tagesablauf sah so aus, dass ich um 9 Uhr anfing und nicht bis zum Feierabend um 6 Uhr sondern meist bis 4 Uhr arbeitete. Zwischen 12 und 2 Uhr durfte ich eine Stunde Mittagspause einlegen. Meist blieb ich in der Zeit aber in der Redaktion.

Am zweiten Tag trug mir mein Chef Herr Mertgens auf, ein Namens- und Stichwortverzeichnis über die Personen und Themen in den Heften, das die letzten zwei Jahre nicht mehr geführt wurde, nachzutragen. Damit war ich den Rest der Woche beschäftigt, zwischendurch schrieb ich kleine Artikel für die nächste Zeitung (meist Pressetexte, die ich auf 20 Zeilen kürzen bzw. umformulieren musste) oder recherchierte im Internet.

Auch wenn dadurch nur kleine Aufgaben für mich abfielen, war es spannend die Endphase einer Zeitungsproduktion zu verfolgen.

Mit meinen „Kollegen“ und dem Chef kam ich gut aus und ich merkte, dass mir nach meinen ersten Artikeln immer mehr zugetraut wurde.

So kam es dann auch, dass ich in der zweiten Woche einen Artikel über Mailand schreiben durfte, für den eine ganze Seite vorgesehen war. Mir wurde lediglich das Thema vorgegeben; für die Recherche und den Aufbau meines Artikels war ich selbst verantwortlich.

Die für den Reiseteil verantwortliche Redakteurin gab mir nützliche Tipps und Anregungen.

Positiv fand ich, dass ich trotzdem nicht wie eine Schülerin behandelt wurde, sondern durchaus ernst genommen wurde und auch auf mich allein gestellt war. Auf meinen Artikel bekam ich eine sehr positive Resonanz und er ist in der Märzausgabe erschienen. Noch dazu wurde mein Name im Impressum genannt.

Das war eine tolle Erfahrung, die mir in einer großen Redaktion höchstwahrscheinlich nicht zuteil gekommen wäre.

Gegen Ende der Woche schrieb ich eine Homepage-Kritik über die Seiten von vier Kölner Eventhallen. Den letzten Tag verbrachte ich in der Grafikabteilung und bekam einen Einblick in die Gestaltung der Zeitschrift.

4.Gesichtspunkte für Studien- bzw. Berufswahl

Bei meiner Internetsuche bin ich auf einen Studiengang gestoßen, der an der Hochschule der Künste in Berlin angeboten wird und sich „Kulturjournalismus“ nennt. Dieser Studiengang geht sowohl vom Fach, nämlich Journalismus, als auch vom Thema (Kunst, Musik, Kultur) in die Richtung, für die ich mich am meisten interessiere. Allerdings braucht man um dieses vier Semester lange Studium anzutreten, bereits einen Hochschulabschluss oder langjährige Berufserfahrung. Das bedeutet, dass ich erst ein anderes Studium, wie beispielsweise Germanistik, oder ein Volontariat abschließen muss. Eine Alternative zum Studium ist eine Ausbildung an der Journalistenschule. Hier bin ich jedoch oft auf Probleme, wie beispielsweise enorm hohe Kosten oder 1000 Bewerber für nur 16 Plätze, gestoßen.

Fest steht für mich, dass ich einen Beruf im Kulturbereich anstreben möchte, ob als Journalistin oder nicht, habe ich noch nicht entschieden. Ich kann es mir gut vorstellen, weil es mir sehr viel Spaß macht, aber ich möchte andere Berufe, mit denen ich bisher noch nicht so sehr in Kontakt getreten bin, die mich aber dennoch interessieren, noch nicht ausschließen.

Wie decken sich meine Erfahrungen mit den Erwartungen?

Größtenteils haben sich meine Erwartungen erfüllt. Meine Praktikumszeit war eine wertvolle Erfahrung, durch die ich einen Einblick in redaktionelle Arbeit erhalten habe. Die Kritik von professionellen Journalisten, aber auch das positive Feedback in Bezug auf meine Arbeit war sehr wichtig für mich. Störfaktor allein waren die größeren Zeitspannen, in denen ich keine Aufgaben hatte und mich nicht so recht zu beschäftigen wusste.

Auch wäre ich gerne zu einer Pressekonferenz oder anderen Außenterminen mitgefahren, aber dafür waren zwei Wochen einfach zu kurz.

Toll war dagegen, dass ich tatsächlich einen ganzseitigen Artikel verfassen durfte.

Abschließend kann ich also sagen, dass mein Praktikum nicht nur eine spannende Erfahrung war, sondern mich auch in meiner Idee, einen journalistischen Beruf anzustreben, bestärkt hat.
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