Die Stadt Weimar ist seit der Ausbreitung der Aufklärung in Thüringen eine Hochburg kulturellen und intellektuellen Lebens, aus der die bedeutendsten Köpfe der deutschen Literatur, Philosophie, Pädagogik und vieler anderer wissenschaftlicher Disziplinen hervorgingen. Dieser Ort eröffnet den Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, mit in der Schule oft nur theoretisch zu vermittelnden Inhalten hautnah und lebendig in Kontakt zu treten und eine konkrete Vorstellungswelt abstrakter Zusammenhänge zu entwickeln.

Nicht zuletzt die hohe Dichte von ganz besonderen Museen, Archiven und Bibliotheken ermöglicht es, Themen aus den o.g. Bereichen anschaulich und weitgehend selbst geleitet zu erschließen. Diese spezifische Bildungslandschaft hebt Weimar in entscheidender Weise von anderen möglichen Seminarorten ab. Ein Besuch beispielsweise im Goethe- oder Schillerhaus, in Herders Garten oder der Anna-Amalia-Bibliothek vermittelt den Schülerinnen und Schüler einen anderen und sehr viel tiefgründigeren Eindruck vom Leben und Werk bedeutender Persönlichkeiten, die sie sonst nur lesend erfahren können. Somit ergibt sich hier eine Form handlungsorientierten und folglich nachhaltigen Lernens.

 

Das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte steht den Schülerinnen und Schüler beim Besuch der Gedenkstätte Buchenwald eindringlich vor Augen. Eine emotionale Betroffenheit wird geweckt, die das Grauen und Erbe der nationalsozialistischen Vergangenheit in einer völlig neuen und persönlichen Dimension erfassen lässt. So bleibt zu hoffen, dass dadurch bei vielen Teilnehmern politisches Verantwortungsbewusstsein und Engagement geweckt und nachhaltig bewahrt wird.

In einer Arbeitswoche, in deren Mittelpunkt die gemeinsame Erkundung der Kulturstadt Weimar und der Gedenkstätte Buchenwald steht, sollte und soll auch weiterhin ein Beitrag für das Zusammenwachsen der drei Nationen und von Ost und West geleistet werden. Diese internationale Begegnung wird vom Europäischen Jugendbildungs- und Begegnungswerk Weimar durchgeführt.

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