eoteo

 

Partizipation in der Schule:

 

Gib den Schülern Aufgaben, an denen sie Verantwortung zeigen können

 

eoteo each one teaches one – Soziale Kompetenz durch Lehren und Lernen

eoteo ist eine nach europäischen Qualitätsstandards systemisch entwickelte Lernform innerhalb der individuellen schülerzentrierten Fördermaßnahmen im Schulalltag. Idee und Namensgebung zu diesem Projekt basieren auf einem Informationsbesuch einer privat geführten Mittelschule in Mumbay (Indien) im Jahre 2008. Diese Privatschule in unmittelbarer Nähe zu dem Slum Dharavi, der durch den Kinofilm Slumdog Millionär auch hier bekannt geworden ist, ermöglicht auf der Basis von Fördergemeinschaften die Zusammenarbeit von Schülern sehr unterschiedlicher Bildungsmöglichkeiten. Über gemeinsames Lernen bekommen die Schüler die Chance soziales Miteinander in sozialer Verantwortung ganz direkt zu erfahren.

Den zentralen Aspekt des Miteinanders von Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft und Lernerfahrung überträgt eoteo auf das deutsche Schulsystem und hofft innerhalb dem konkurrierenden Gegeneinander ein sich stützendes Miteinander entgegenzusetzen.

Die Idee des peergroup-learning erfährt auch bei uns ein immer stärkeres Echo und wird von den Schülern sehr positiv angenommen. Seit Anfang 2008 wird dieses Prinzip des gemeinsamen Lernens entwickelt und hat seit 2010 einen festen Platz im Schulprogramm des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums in Bonn.

Einmal pro Woche treffen sich die individuell zusammen gestellten Lerntandems in unseren eoteo-Fachräumen nach einem frei abgesprochenem Stundenplan beider Schüler und arbeiten in unterschiedlichen Fächern entsprechend einer Schulstunde 45 Minuten lang. Das gemeinsame Lernen umfasst das Aufarbeiten von Lerndefiziten, die Begleitung des Schulstoffes und die Vorbereitung auf die Klassenarbeiten. Die lehrenden und lernenden Schüler, - im folgenden Sender und Empfänger genannt -, werden im Hintergrund durch die Fach- und Klassenlehrer begleitet.

Das gemeinsame Lernen kann alle Fächer und alle Jahrgangsstufen von der Unterstufe bis zur Oberstufe umfassen, dabei können z.B. in der 2. Fremdsprache auch jüngere Schüler ältere als Sender begleiten.

In der Mittelstufe ist es dem Sender möglich, die vom Ministerium vorgeschriebene Stundentafel der Individuellen Förderung durch eine eoteo-Stunde zu ersetzen. In der Oberstufe kann eoteo im Rahmen der Vertiefungskurse sowohl in der Einführungsphase als auch in der Qualifikationsphase angeboten werden und wird dem Sender als Unterrichtsstunde angerechnet.

Die bisherigen Rückmeldungen zeigen, dass das gemeinsame Lernen bei Schülern, Eltern und Lehrern sehr gut aufgenommen und beurteilt wird. Erfreulich positiv sind die Rückmeldungen zum Lernfortschritt auch der Neuntklässler, die kurz vor dem Einstieg in die Oberstufe durch das eigene Lehren ihr Basiswissen umfassend wiederholen. Die für den Erfolg der Schullaufbahn immer wichtiger werdenden Kompetenzen wie Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit, Sorgfalt, Kooperationsfähigkeit, und Verantwortungsbereitschaft werden im stufenübergreifenden Miteinander erlernt, geübt und internalisiert. Diese Lernform kommt dem tiefen Bedürfnis der Schülerinnen und Schülern entgegen, auch im schulischen Bereich jemanden zu haben, zu dem man aus eigenem Wollen geht und der einem mit offenem Interesse zuhört und unterstützt. Die Tandemkonstellation der Schüler ermöglicht eine unkomplizierte, aber authentische Auseinandersetzung mit dem Lernstoff, so dass die Lernatmosphäre von lernhemmenden und demotivierenden Faktoren, wie Stress, Erfolgsdruck, Versagensangst, Erwartungsdruck etc. weitgehend entlastet wird. Die Stärkung der Selbstlernhaltung, die positive Erkenntnis einen Erfolg „gemeinsam“ erzielt zu haben, gehört zu der zentralen Erfahrung der Tandemarbeit. Mit jedem Lernfortschritt verändert sich die grundsätzliche Lernbereitschaft des Senders und des Empfängers. Die neue Anerkennung, das Teilen des gemeinsamen Erfolges prägt. Lernen wird intrinsisch motiviert.

Ganz offensichtlich setzen der informelle Rahmen und die unverfälschte, lebensnahe Unterrichtssprache der peergroup Begleitung genau da an, wo im streng getakteten Unterrichtsvormittag durch den fachterminologischen, oft an der Lebenswirklichkeit vorbeigehenden Zugang Verständnislücken entstehen können.

Betrachtet man das peergroup-Lernen als interaktiven Prozess, bekommen Selbststeuerung, Freiwilligkeit und soziales Zusammensein eine didaktische Dynamik. Emotionalität und das Gefühl der Sicherheit für das Erreichen eines gemeinsamen Zieles Hilfe zu erhalten, machen das Lernen im Tandem lebendig.

Zur Dokumentation ihres gemeinschaftlichen Lernens führen die Tandems ein Kursbuch, in dem sie ihre Arbeit nachweisen und darstellen. Das Kursbuch wird in der Praxis so genutzt, dass der Empfänger im Vorfeld Lernthemen anmelden kann, und der Sender die Möglichkeit hat, sich darauf fachlich und methodisch vorzubereiten. Aber über diese pragmatisch-organisatorische Funktion hinaus können die Lernenden ihre Lernprozesse damit gleichzeitig auch reflektierend auswerten und selbst evaluieren.

Zur Kompetenzausbildung der Sender gehören zum einen die enge Zusammenarbeit mit dem Fachlehrer des Empfängers, bei der der der Sender in seiner Aufgabe als Lehrender vom Lehrer wahrgenommen wird, und zum anderen regelmäßige workshops zur Methodik und zur Erörterung fachspezifischer Themen . Seit zwei Jahren bieten wir neben den durch die AG-Leitung durchgeführten workshops auch workshops an, die durch Lehramtstudenten und Studentinnen in ihrem Praxissemester geleitet werden. Auch hier stellt die Verzahnung unserer Sender und Senderinnen mit den Studierenden eine erweiterte Form des Gemeinsamen Arbeitens dar und hat einen Anteil an der Begleitung der Berufsorientierung in den höheren Klassen.

Da durch die Arbeit im Lerntandem ein Rollenwechsel des Senders vollzogen wird, gehört neben der fachlichen Kompetenzausbildung auch eine psychologisch-didaktische. In den begleitenden Workshops erwerben die Sender Einsichten in die aktuelle Lernpsychologie und lernen einfache didaktische und fachspezifische Methoden kennen, die sie in die Position des „Lehrer-Assistenten“ versetzen. Der Gewinn aus diesen Workshops ist beim Sender und Empfänger nachweisbar und strahlt auch in das Agieren der Lerntandems in ihre Klassen aus.

Die Beteiligung der Schüler am Kerngeschäft der Schule „Lehren und Lernen“, führt zu einer aufgeschlossenen Haltung zur Wissensvermittlung. Partizipation auch in der Vermittlung von Wissen führt zu einer differenzierten Wahrnehmung von Lernstrukturen, die trotz Hierarchisierung nicht mehr als blockierend wahrgenommen werden. In dieser Lernform ist es dadurch möglich, die adoleszenztypischen Lernschwierigkeiten zu umgehen, da sich die Widerstände gegen die Schule in diesem Alter weniger gegen das Lernen als gegen die im Schulsystem verankerte Hierarchie richten.

Allen, die an der Idee eoteo (each one teaches one) interessiert sind, bietet unser Verein praxisnahe und individualisierte Information und Unterstützung für ihre Schulform und bestehende Ausgangssituation.

Unsere Moderatoren kommen gerne zu Ihnen und beraten Sie sowohl bei der Einführung an der Schule und Eingliederung dieser sozialen Lernform in Ihr schulinternes Konzept als auch bei der praktischen Durchführung. Bitte richten Sie Ihre Anfragen an:

eoteo - Verein zur Förderung des miteinander und füreinander Lehrens und Lernens

Frau Schaefer, päd-didakt. Leitung, counselor grad. BVPPT, oder

Frau Krämer, Koordinatorin eoteo

Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, Bonn

Endenicher Allee 1

53115 Bonn

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Kooperationspartner:

Chance auf Leben e.V. www.chanceaufleben.de


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